Wieder die Schulbank drücken

Eigentlich ein komischer Spruch – ich bin auf einer Schulung und lerne Dinge. Über Programme, deren Konfigurierbarkeit, was der softwarehersteller sich gedacht hat/haben muss, als er die Logik der Programmabläufe konzipiert hat…

Die Schulung ist echt interessant, und es kommen noch 4 Tage. Nix mit Bankdrücken, das macht man im Fitnesstudio. Nur dasitzen, zuhören und versuchen zu verstehen.

Bin mit einem Kollegen auf der Schulung und habe das Gefühl, privat auch gerade die Schulbank zu drücken. Wir sprechen abends beim Bier über unsere Beziehungen. Nein, nicht so Männer-Klischee-fernseh-Comedy-mäßig. Sondern einfach ehrlich. Er ist mit seiner Frau seit etwa zwei Jahren zusammen und gibt sich mit vielen Ideen richtig Mühe. Wobei „gibt sich richtig Mühe“ schon fast wieder nen negativen Touch hat. Nein, er macht sich Gedanken und setzt das dann auch in die Tat um. Die Überraschung mit dem Kurzurlaub z.B. – er sucht alles raus, fragt seine morgens verschlafene Freundin, ob sie eigentlich mit 8 Kilo Habdgepäck 3 Tage zurecht kommt. Und als sie aus dem Bett in die Küche kommt, um zu fragen, was die Frage soll sitzt er vor dem Tablet, zeigt ihr kurz die Flugdaten und klickt direkt „buchen“. Ich habe plötzlich privat totalen Respekt vor ihm. Nicht wegen der einen schönen Geschichte, er hängt sich für seine Frau einfach ins Zeug. ( wieder so eine Redewendung, bei der ich mich beim Gedanken erwische, was damit wörtlich eigentlich gemeint sein soll… ). Aber ich will das gar nicht ins Lächerliche ziehen. Ich finde es wirklich faszinierend, was er alles tut. Er macht einfach. Und ich persönlich möchte eigentlich auch, aber da kommen dann direkt wieder Bedenken, ob meine bessere Hälfte meine Ideen eher blöd findet als sich drauf zu freuen. Weiß man erst, wenn man es probiert. Auf der anderen Seite habe ich privat leider kein Talent, verkorkste Situationen zu retten. Und da ist sie wieder, die German Angst. Gar nicht erst versuchen, es könnte ja schiefgehen…

Neben solchen Überlegungen verblasst die EDV-Schulung ein bischen. Der Referent ist nett und gibt sich viel Mühe, wir sind – unglaublich – nur zu viert. Und ich bekomme Zusammenhänge über Dinge erklärt, die ich schon viele Male gesehen und wahrgenommen habe, die ich aber nicht bewusst wahrgenommen habe. Irgendwelche Steuerparameter in Bildschirmsichten von Programmen zeigen einem schon, warum sich Programme so verhalten wie sie es tun.

Insgesamt beschäftigt sich die Schulung übrigens mit den Möglichkeiten zur Ermittlung von Verfügbarkeit von Wäre für Aufträge im System. Das kann langweilig klingen, aber wer schon selbst hochemotionale Diskussionen in ner Firma zu solchen Themen, vorzugsweise im Bereich Logistik mitgemacht hat weiß, was ich meine. Da geht’s dann drum ( in solchen Diskussionen ), warum Kunden keine Ware bekommen haben „obwohl das Lager voll ist“. Und um die Frage der „Beweislastumkehr“ – im Fachbereich wurde nach bestem Gewissen gearbeitet, das MUSS dann ein IT-Problem sein.

Wie gesagt, ich lerne gerade, was die Welt ( der Verfügbarkeitsptüfung in einem modernen Warenwirtschaftsystem ) im innersten zusammenhält. ( PS: das hab ich aus Goethes Faust zitiert, bin schließlich gebildet ).

Eigentlich sollte ich um diese Uhrzeit grade übrigens noch ruhig schnorchelnd an meiner Matratze horchen. Andernfalls werde ich nach dem Mittag müde und dann wird der Schulungstag echt anstrengend. Aber ich bin um 4 wach geworden und hab jetzt mal grade nix besseres zu tun als hier einen Blogeintrag zu schreiben und übrigens auch etliche andere zu lesen und zu kommentieren. Also entweder mach ich das Gerät jetzt aus und versuche noch ne Stunde zu schlafen oder ich stehe gleich auf und „begrüße“ den noch dunklen neuen Tag…

Mal testen, was nach 5 Minuten Smartphone aus gleich passiert/wofür ich mich entscheide 😉…..

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5 Kommentare zu „Wieder die Schulbank drücken

  1. Wenn ich dir mal als Frau (Jawohl, das bin ich.) einen unverbindlichen Rat geben darf: Es sind die kleinen Dinge, über die frau sich in der Partnerschaft am meisten freut. Kleine Aufmerksamkeiten wie z.B. mal ein Buch außer der Reihe, eine überraschende Einladung ins Kino oder etwas in der Art. Es muss nicht zwingend so etwas Teures wie ein Wellnes-Wochenendtrip sein, wobei so eine Aktion natürlich auch toll ist. Einfach MACHEN. Los, trau dich! Deine Freundin freut sich ganz sicher darüber. 😀

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  2. Sich „ins Zeug legen“ – ist aus der Zeit, als noch Ochsen und Pferde angeschirrt wurden, um Wagen und Pflüge zu ziehen. Die haben sich ins Geschirr gelegt … also, nach vorne das Gewicht verlagert. Und das Geschirr war das „Zeug“ – das was man zum ZIEHEN (Zug, Zeug .. na, wird die Wortfamilie klarer?) verwendet hat.

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      1. Das klingt super. Ich finde es spannend, wie einen solche Tapetenwechsel manchmal echt auf neue Gedanken bringen, neue Perspektiven vermitteln. War bei mir auf Konferenzen und Tagungen wie auch bei meiner Dienstreise zum zentralen Standort meines neuen Arbeitgebers auch so – die neuen Impulse bezogen sich auch da nicht nur auf berufliches.

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