Zwischen den Tagen kommt die Innovationsfee

Liebes Tagebuch, heute war ich nach einer kleinen Ewigkeit ( eine Woche Urlaub vor Weihnachten ) wieder auf der Arbeit. Es ist gerade nicht viel los – wie in vielen vielen Firmen in Deutschland ist zwischen Weihnachten und Sylvester recht viel Urlaub abzubauen. Der Betrieb muss laufen, mehr aber auch nicht. Die großen Ideen starten mit dem neuen Jahr. Eine kleine Idee = einen regelmäßigen Datenbankdownload wollte ich heute einrichten, war aber leider erfolglos. Oder anders ausgedrückt: so wie ich mir das vorgestellt habe hat es nicht funktioniert. Außerdem hatte ich mit einem externen Kollegen die Idee dahinter kurz besprochen, er meinte es sei viel Arbeit für wenig Erkenntnis – andere Leute haben schon an dem Thema gearbeitet und schon die wesentlichen Knackpunkte gefunden. Ok, bis zu mir hat es nicht geknackt, aber warum sollte auch ich etwas von anderer Abteilung Themen erfahren, auch wenn es darum ging, dass man dem ( im speziellen Fall einem bestimmten System ) IT-System „misstraut“. Im speziellen geht es um Warenzuteilungen im Lager. Kunden bekommen keine bestellte Ware, das liegt BESTIMMT an Fehlfunktionen der Warenzuteilung. Kann sein. Angeblich ( laut dem externen Kollegen, aber der weiß es auch nur indirekt, und außerdem ist er der Experte für die Warenzuteilung – natürlich KANN es nicht an ’seinem‘ System liegen ) liegt es aber auch an Problemen im Beschaffungsprozess.

So, wo ist denn jetzt die Innovationsfee in der Geschichte ? Naja, sie war eigentlich noch nicht da. Aber wenn nicht so viel los ist dann hat man mehr Zeit mit den Kollegen mal zu quatschen. Einer von denen – ein wirklich netter übrigens – ist noch am studieren. Und irgendwie fühle ich mich oft dazu angehalten, ihm zu erklären, wie die Arbeit „später“ in echt mal wirklich funktionieren wird ( man braucht eine gehörige Frustrationstoleranz ).Nicht dass er das nötig hätte, aber irgendwie fehlt ihm die Routine. Ist ja kein Wunder, er ist ja auch noch am Anfang seines Berufslebens. Aber er ist sehr engagiert. Und hat sich in das hier laufende Tourenplanungssystem eingearbeitet. Er hat das in seiner Studienarbeit auch als Thema aufgegriffen. „Routenoptimierung“. Oder überhaupt Routenplanung. Wo wir alle mittlerweile mit einem Navi ausgerüstet sind ist es eigentlich fast unverständlich, warum man für sowas in großen Firmen teure und komplizierte Programme benötigt.

Besagter studentischer Mitarbeiter hatte letztes Jahr Besuch von der Innovationsfee. Er hat ein eigenes, selbstlernendes Tourenplanungsprogramm entwickelt. Mit Hilfe des „Ameisenalgorithmus“. Was auch immer das genau ist. Irgendwie laufen Ameisen auf optimalem Weg durch den Wald. Weil sie die Duftspur der Vorgänger riechen. Und da, wo es am stärksten riecht, waren die meisten Ameisen in einer Zeiteinheit durchgekommen. Und da lohnt es sich am ehesten, langzulaufen. Denn wo die meisten Ameisen in einem Zeitintervall langgelaufen sind, da duftet es am stärksten. Das muss der beste Weg sein, weil im Lauf der Zeit der optimalste Weg von den meisten Ameisen am öftesten genutzt wird. Auch wenn die Ameisen am Anfang noch nicht wissen, wo die optimalen Wege sind, im Lauf der Zeit laufen die meisten Ameisen relativ automatisch die optimalen Wege lang ( nicht so optimale Wege können ja nicht von so vielen Ameisen abgelaufen werden, da das ja längere Wege bedeutet, wodurch die Anzahl der dort laufenden Ameisen einfach geringer sein muss als auf dem optimalen Weg, weil sie auf der nicht-optimalen Strecke ja auch länger brauchen ).

Also DAS ist mal innovativ. Auch wenn ich es nicht so ganz begreife. Klingt aber eben „irgendwie plausibel“.

Ob es wirklich funktioniert und wie man das tatsächlich faktisch in Software umsetzt weiß ich nicht. Klingt aber spannend. Irgendwie. So verheißungsvoll. Eben von der Innovationsfee. Die könnte auch mal bei mir vorbeikommen. Wobei ich sie wahrscheinlich gar nicht zu Wort kommen lassen würde sondern ihr direkt ihre Arbeit erklären würde. Ich kenne mich nämlich aus. Mit Kreativität. Und innovativem Denken. Habe schließlich Edward de Bono gelesen. Seine Erläuterung über das „laterale Denken“. Also z.B. neue Denkwege bewusst zu beschreiten. Wenn man z.B. mal darüber nachdenkt, was ein Frosch mit einem Fahrrad zu tun hat, dann kommen einem vielleicht neue Ideen zum Optimieren von Fahrrädern. Konkret weiß ich zwar nicht, was durch das Denken an den Frosch an neuer Technik fürs Fahrrad rausgekommen ist, klingt aber verheissungsvoll.

Ich bin von dieser Denktechnik voll überzeugt, habe sie aber noch nie ausprobiert. In der IT gibt es halt nicht so viele Frösche und Fahrräder. Und da geht es auch nicht drum kreativ zu sein. Sondern hauptsächlich darum zu verstehen, wie von anderen erstellte Programme funktionieren und das anderen Leuten zu erklären. Und dann Entscheidungen für die richtige Einstellung/Parametrierung herbeizuführen.

Also versuche ich privat kreativ zu sein. Wenn ich Lust dazu habe. Und wenn es notwendig ist. Beides zusammen kommt recht selten vor. Aber eines Tages fällt mir garantiert mal DIE Idee des Jahrzehnts ein. Und dann werde ich reich, so wie Marc Zuckerberg. Man muss ja nur zum richtigen Zeitpunkt ne simple Idee haben. Das Ei des Kolumbus. Einen Daumen nach oben für den Computer programmieren. Oder eine App, mit der Privatleute sich als Taxifahrer verdingen können.

Letztendlich sind es manchmal auch auf den ersten Blick unnötige Dinge, die dann mal einschlagen. Computer für den privaten Haushalt ? Braucht keiner. Sagte IBM mal. Und dann kamen Bill Gates und Steve Jobs. Und dann gibt es noch die wirklich überflüssigen Ideen – warum gibt es z.B. keinen Flaschenöffnerschlitz direkt am Bierkasten ?

Die Welt ist eben voller Möglichkeiten. Bücher über das Internet verkaufen ? Amazon hat damit angefangen. Heutzutage ist ein Versandhandel im Internet natürlich eine recht ausgelutschte Idee. Wobei ich auch noch ein Beispiel im Ärmel habe für Dinge, die man ( augenscheinlich … ) nicht verbessern kann: was könnte man an Klopapier denn noch innovativ neu erfinden ? Dachte man bestimmt vor der Markteinführung des Charmin Bärs.

Ja, liebe Innovationsfee, komm doch auch mal zu mir! Ich lege auch 10 Euro unters Kopfkissen, falls du heute Nacht mal vorbeischaust. Ich selber hab ja nur „doofe“ Ideen. Wie wärs z.B. für nächstes Weihnachten mit Motivweihnachtskeksen ? Z.B. In Deutschlandform. Geht als Lebkuchen aber bestimmt besser. Und mit allen anderen Ländern geht das auch. Inclusive kleiner Zuckergussflagge in Landesfarbe. ICH finde die Idee sehr vielversprechend. Oder kunstvolle Weihnachtsbäume – Basis sind Lebkuchen im Profil echter Jungtannen, und die Verzierung ist dann Sache der Kreativität…

So, genug fabuliert. Noch ein bisschen Fernsehkucken und morgen früh geht’s wieder ins Reich von Softwaren und deren Anwendungsproblemen ….

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Ein Kommentar zu „Zwischen den Tagen kommt die Innovationsfee

  1. Man muss ja nur zum richtigen Zeitpunkt ne simple Idee haben. Das Ei des Kolumbus.

    Das Problem ist der richtige Zeitpunkt. Ich hatte auch schon ein paar wirklich gute Ideen, aber die hatten vor mir leider andere auch schon, etwa die Braille-Ausgabezeile für den PC.

    Das Tourenplanungsdings von Eurem Studenten klingt interessant, muss nur noch wer praxistauglich umsetzen (wo es meist hängt), und die Nationalkekse haben was. Könnte man auch regional machen – Pfälzerkekse und Saarländerkekse. Badenerkekse und Schwabenkekse, Punkkekse und Metalkekse, so Sachen…

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