Luzie der Schrecken der Straße

Vor kurzem ( Freitag morgen, glaube ich ) kam eine Folge dieser alten Kindersendung. Klar, es ist ja Weihnachten, da wird an ‚Klassikern‘ vieles ausgegraben. Wer die Kinderserie nicht kennt: es geht um ein kleines Mädchen, dass in die Schule kommt. Aber noch sind Ferien. Und Luzie möchte Mitglied in einer lokalen Kinderbande sein. Der Anführer der Bande erzählt ihr, sie müsse in einem Geschäft etwas klauen, um mitmachen zu können. Sie geht in das Geschäft, klaut Knetmasse, wird erwischt, aber noch mit einer Schachtel Pralinen rausgelassen. Und die Knetmasse „lebt“ – es sind nämlich zwei Knetmännchen, die die nächsten Tage bei Luzie ganz schön durcheinander bringen. Schöne Serie. Hab ich als Kind gerne gekuckt. Und mich sehr gefreut, dass diese gerade auf WDR wiederholt wurde.

Die Serie weckt Erinnerungen. An eine Zeit, in der ich noch nicht wusste, dass es 40-Stunden-Arbeitsverträge gibt. Oder Versicherungen, die bezahlt werden müssen. Überhaupt war Geld und Dienstleistungen nichts, womit ich mich wirklich beschäftigt hätte. Wichtig war damals, gute Noten in der Schule zu haben. Sich Dinge zu merken, welche Lehrer erzählt haben. Es ging nicht darum, Software zu verstehen. Zu erforschen, was andere erstellt haben, ohne es ausreichend oder überhaupt zu dokumentieren. Und Fragen zu komischem Verhalten zu Programmen und Funktionen beantworten zu können.

Später im Studium ging es darum, sich noch mehr merken zu können. Aber auch Zusammenhänge zu verstehen. Und Fragen in Prüfungen zu abgegrenzten Themen beantworten zu können. Der Wert von Geld wurde plötzlich wichtig, da man als Student wesentlich mehr als Schüler merkt, welchen Unterschied Geld machen kann. Geld macht vieles einfacher. Geld macht attraktiv. Es ist eigentlich nicht schön, stets sein „Können“ beweisen zu müssen, um genug Geld für das Leben und die Angehörigen ranzuschaffen. Normalerweise mache ich mir darüber wenig Gedanken, da habe ich den Tag über auch gar keine Zeit zu. Da gilt es, Fragen nach Programmfunktionen beantworten zu können, Ursachen für vermeintliche Fehlfunktionen von Software zu ergründen ( was heutzutage bei Industriell erstellten und genutzten Programmen schwer ist, da diese einfach unglaublich gross, Umfangreich und komplex sind ).

Den Takt der Arbeit gibt die Firma bzw. deren „Vertreter“ = die Kollegen vor. Probleme im Geschäftsablauf müssen so gelöst werden wie sie auftreten. Es ist nicht so, dass ich etwas anderes machen möchte oder frustriert bin. Aber der „Abstand“ zwischen dem Leben der Kindheit und heute ist schon enorm. Natürlich, das nennt sich eben „Erwachsenwerden“. Und ist alternativlos. Aber die „Freiheit“ von damals existiert nur noch in der Erinnerung. Nun gut, dafür wurde ein finanzielles Auskommen eingetauscht. Aber vielleicht ist die Erwartung, dass ich zu allen möglichen Fragen über betriebliche Programme eine Antwort kennen oder finden muss ja vielleicht zu hoch ? Viele Fragen werden mir gestellt, weil angenommen wird, dass dies in meinen Zuständigkeitsbereich fällt. Ich darf auch durchaus sagen, dass ich Dinge und Zusammenhänge nicht kenne. Aber dann verliere ich Respekt.

Vielleicht sollte ich als Vorsatz für 2018 ja mitnehmen, öfter mal „bitte fragen Sie einen Kollegen“ zu antworten …

Wie ist das bei euch, steht Kompetenz für Respekt oder auch überhaupt nicht ?

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3 Kommentare zu „Luzie der Schrecken der Straße

  1. Also ich habe Respekt bisher nicht mit Kompetenz in Verbindung gebracht…. Ob ich einen Menschen respektiere hat zwar sicher in dem einen oder anderen Fall mit der Kompetenz zu tun, aber es doch sehr viel mehr. Ich kann Menschen auch für ganz anderes respektieren. Für Authenzität zum Beispiel. Oder Ehrlichkeit. Bei deinem konkreten Fall, wenn du nicht zuständig bist und dies klar und höflich kommunizierst, würde ich jetzt nicht an deiner Kompetenz zweifeln oder dir danach keinen Respekt mehr entgegen bringen…. Bei uns in der IT ist alles schön nach Fachbereichen gegliedert und wenn ich beim falschen Ansprechpartner lande, dann verweist mich der weiter. Ist ja noch lange kein Grund ihn nicht mehr zu respektieren! Ich war ja beim Falschen gelandet…

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