Montag – Recht haben


Hallo! – der Text, der jetzt kommt ist von Dienstag morgen, daher:  Danke an alle, die mir einen schönen Tag gewünscht haben 🙂 . Der Tag gestern war jetzt nicht schlecht, aber insgesamt eher  „normal“.

Es ging jedenfalls los mit – und jetzt beziehe ich mich mal direkt und entgegen meiner Gewohnheit direkt auf den Titel hier – einer Mail von einem Kollegen, in dem er darauf hinweist, daß er seinen Teamleiter darauf hingewiesen hat, daß eine von mir erstellte Datenbankabfrage mit Vorsicht zu benutzen sei. ‚Mit Vorsicht‘ meint, das erwartete Ergebnis ist vielleicht nicht so ganz das erwartete Ergebnis. Ja, wo soll ich anfangen mit erklären, so daß die Leser hier sich ein Bild von der Situation machen können .. ? Am besten am Anfang.

Es war einmal … es war einmal letzte Woche ein Teamleiter in der Logistik, welcher in einer Besprechung einen Punkt auf einer Liste angesprochen hat ( deswegen heißt es ja auch ‚Besprechung‘ ). Da geht es darum, daß im Weihnachtsgeschäft die Menge der auszuliefernden Ware ein klein wenig größer als sonst ist. So ein, zwei Pakete mehr. Und weil das halt im Lager etwas anders als sonst geplant werden muss, um da ’sauber‘ durchzukommen benötigt die Logistik ( so wie im ‚alten‘ System = in dem sie bis dieses Jahr gearbeitet haben – im alten System waren viele tolle Funktionen, die im neuen unbedingt genauso 1:1 nachgebaut werden müssten .. ) eine Datenbankabfrage auf die Bestellungen. Und zwar so, daß die ‚großen‘ Bestellungen zu den jeweiligen ‚Kommissionierzeiten‘ schnell ersichtlich sind. Wenn man nämlich die großen Bestellungen an den Anfang der Schicht legt oder die Schichten früher beginnt und diese vorzieht, dann läuft der Rest besser. Ist wohl so ein Erfahrungswert.

Naja, da jetzt ja bald Weihnachten ist, ist die Anforderung zeitlich akut. Stand schon länger auf der Liste, aber – Überraschung – plötzlich ist es soweit. Nun gut, er hat ( der Teamleiter, der auch ganz nett ist ) hat mir dann in einem längeren Telefonat erklärt, warum er die ‚reguläre Übersicht‘ über Bestellungen nicht benutzen kann, um die ‚großen Bestellungen‘ rauszufiltern. Ok. Ich hab mir Gedanken gemacht, wie eine Datenbankabfrage aussehen müsste und diese dann gebastelt. Freitag abend. Nach Feierabend. Weil ich mittags mit ihm telefoniert habe, weil ich den Rest vom Freitag noch andere Dinge zu tun hatte und weil er nett ist. Wer nett ist, dem soll geholfen werden… ( zumindest erhöht Nettigkeit meine Bereitschaft zu schneller unbürokratischer Hilfe immens ).

Das war übrigens glaube ich Freitag vor ner Woche, nicht vergangenen Freitag. Bin mir da grade nicht mehr so sicher .. Wie auch immer, hab die Info, wie die neue Datenbankabfrage zu nutzen ist und wie die Ergebnistabelle die Daten ausgibt per Mail an ihn geschickt. Kam auch eine Danke-mail zurück, das sei genau das, was man brauche. Schön. So simpel kann Arbeit sein. Einer erklärt, was er braucht, ein anderer baut das und alle sind zufrieden. Da fehlt jetzt doch noch was, … ?

Genau. Gestern morgen bekomme ich eine Mail von einem anderen Kollegen aus der Logistik. Nennen wir ihn mal Planer/Controller. ‚Er habe den Teamleiter darauf hingewiesen, daß die in meiner Datenbankabfrage ausgewiesene Stückmenge mit Vorsicht betrachtet werden müsse‘. Aha … Stückmenge ist Stückmenge, was soll man da mit Vorsicht betrachten ? Nun ja, er hat Recht. Ich habe die Stückmenge pro Bestellung summiert – und zwar so, daß man sortieren kann. Damit die hohen Stückzahlen oben in der Ergebnisliste stehen. Pro Kunde und Kommissionierzeit. Nun bestellt der Kunde aber nicht nur 1x, sondern eventuell mehrmals. Und davon KANN einmal eine groß sein und der Rest klein, aber er KANN auch nur einmal groß = alles für den Tag bestellen. Aber das wichtigste: Wenn der Kunde mehrere Bestellungen macht, dann landen die großen in der Liste oben und die kleinen unten. Benötigt wird aber eine Liste mit der Summe der Stückzahl pro Kunde und Kommissionierzeit. Klingt kompliziert wenn man es nicht vor Augen hat, aber besser kann ich das grade nicht beschreiben. Genau so eine Liste bekomme ich aber im System mit den mir verfügbaren/bekannten Möglichkeiten nicht hin. Hab noch versucht, mit nem Export der Liste nach Excel ne sortierte Summenliste hinzubekommen. Geht aber nicht. Oder ich weiß es nicht. Irgendwie wird das in Excel schon gehen ( Pivot .. ), aber es soll ja ne Liste direkt im System sein und nicht erst ein Export nach Excel und dann dort nochmal rumformatiert. Das sollen ja schließlich auch Kollegen handhaben können, die keine ausgewiesenen Excel-experten sind.

Ach so, was ich noch erwähnen sollte: der Kollege Planer/Controller ist ein ( noch recht junger ) studierter Mathematiker. Nicht daß das was zu sagen hätte, er ist auch wirklich clever – aber es ist eben auch irgendwie lästig, wenn der Auftraggeber einer Arbeit eigentlich zufrieden ist, ein Kollege aber noch etwas „beachtenswertes“ findet. Und doof finde ich weniger, darauf aufmerksam gemacht zu werden daß man noch etwas verbessern kann – doof finde ich, wenn ich im Rahmen meiner Möglichkeiten am Ergebnis aber nix tun kann. Ok, doof finde ich, wenn ich meine verstanden zu haben, was benötigt wird und dann aber später noch mal ne geänderte ( bessere .. ) Version davon zu hören bekomme. Und am allerdoofsten finde ich, wenn ich dann den Nicht-IT-kollegen irgendwie verständlich machen muss, daß es im Rahmen meiner Möglichkeiten ( ich habe sozusagen nur eingeschränkte Admin-rechte ) eben nicht besser geht. Das hat jetzt nichts mit IT zu tun, es ist einfach doof, wenn man sich stundenlang Gedanken über eine Lösung zu einer Aufgabe macht. Diese dann nicht so ausfällt wie eigentlich benötigt. Msan selbst weiß es, aber der Auftraggeber weiß es noch nicht. Und zweifelt natürlich erst mal daran, daß das maximal Mögliche umgesetzt wurde.

Das ist dann so wie …  hmm, womit kann man das vergleichen ? So wie wenn ich einen Graben ausheben müsste – da ist aber Beton im Boden. Ich mach und tu und der Graben wird nicht grade sondern läuft um den Beton drumrum. Und dann kommt jemand, sieht den krummen Graben und meint „Mensch, der muss doch grade sein“. Kennt ihr das auch, wenn „außenstehende“ offensichtliches sehen, das dann auch unbedingt kommentieren müssen und dann auch noch der Meinung sind, einen wertvollen Beitrag geleistet zu haben ?

Also weiter viel Erfolg diese Woche, was auch immer ihr so anstellen müsst!

PS: was hat das alles mit „Recht haben“ zu tun ? Naja, manchmal kann ich nur schlecht unterscheiden, ob jemand einfach mal was von sich gibt, weil er meint, Recht haben zu müssen oder ob es tatsächlich dem Problem/der Aufgabenlösung hilft. Manchmal habe ich echt den Eindruck, eigentlich sind meine Problemlösungsansätze doch gut und mindestens ausreichend. Und dann kommt ein Kollege daher und meint, das ginge doch alles besser/müsse doch besser umgesetzt werden. Kaum einer der anderen versteht ihn, ich ja auch nicht, aber aus Furcht, daß das eigene Unverständnis erkannt wird nicken alle. Also manchmal ist es doch wichtiger, ein Problem zu einer Lösung zu finden als dabei alles richtig zu machen. Regeln einzuhalten. Die wirklich allerbeste Lösung auszuarbeiten. Grundsätzlich recht zu haben, was aber eine so schwierige Umsetzung erfordert, daß es wirtschaftlich fragwürdig ist, die Lösung so umzusetzen. Was ist wichtiger: das konkrete Problem zu lösen oder eine umfassende Basisrecherche durchzuführen um sicherzustellen, daß das Problem niemals nicht nie wieder auftreten wird. Ich bin ja eher der Pragmatiker ( glaube ich von mir ) und habe meistens auch gar nicht die Zeit, um eine lange Recherche durchzuführen. Natürlich sagen jetzt alle: das Problem lösen steht eindeutig im Vordergrund. Problem gelöst = alle zufrieden. Bis das Problem nochmal auftritt. Dann wird natürlich „geschimpft“, warum denn „damals“ keiner dafür gesorgt hat, daß das Problem auch nicht nochmal auftreten kann. Es ist eben manchmal kompliziert ….

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