Sonntags von Freitag schreiben…

So, es ist Sonntag abend, ich trage dieses Wochenende ein kleines schlechtes Gewisse mit mir rum, da ich zum Freitag noch nichts geschrieben habe. Nicht daß das schlechte Gewissen so groß wäre oder Freitag irgendwas ganz tolles passiert wäre. Aber dranbleiben ist so etwas prinzipielles – entweder ich blogge oder ich tue es eben nicht. Aber das schlechte Gewissen ist echt wirklich klein – ungefähr so wie das Mädchen Sophie im Film „BFG – big friendly giant“ im Verhältnis zum Riesen. ( kam heute mittag, ich hab als Schüler mal das Buch gelesen und fand das sehr schön, daher bin ich beim Film schon neugierig, vor allem weil ich den Inhalt des Buches nicht mehr zusammenbekomme .. ).

Aber ich habe heute abend noch Bereitschaft, eben kam noch ein Anruf, ich muss also den Rechner hochfahren und dann kann ich ja auch mal einen Blogeintrag schreiben. Und dann hat mein Gewisse Ruhe. Und ich kann NOCH BESSER schlafen. Falls nicht noch jemand anruft, aber das ist Sonntag nacht recht unwahrscheinlich.

Und ganz ehrlich: ich habe echt schon vergessen, was Freitag tagsüber passiert ist. Also fast. Es hat sich nichts eingebrannt. Der Tag kam und ging vorbei. Keine Heldentat. Nichts, worüber später mal geschrieben werden wird ( überhaupt wird über mich nichts geschrieben werden, dafür bin ich zu unscheinbar – aber dann schreibe ich eben selbst und zwar genau HIER! ). Wir hatte Teammeeting. Ja, war aber nicht so spannend. Neuste bzw. nicht neue Ideen vom Chef noch mal aufgewärmt. Und Unternehmenskennzahlen. Hat letztes Mal jemand nach gefragt. Zahlen sehen soweit gut aus, also auch nix bewegendes ( wobei chefe meinte, man könne damit wirklich zufrieden sein, der Firma gehts gut, er kenne jemanden, der bei Siemens in der Produktion von Windkraftgeneratoren arbeite, da sei die Stimmung aus aktuellem Anlass ziemlich gedämpft [ bei Siemens sollen trotz guter Ergebnisse in einigen Bereichen einige 1000 Stellen abgebaut werden ] )…

Wenn ich nicht mehr so genau weiß, was an einem Tag letztens los war schaue ich in mein „vituelles Gedächtnis“  mein Mailpostfach. Da stehen zwar nur Mails drin, aber darin spiegelt sich ganz gut wieder, was mich den Tag auf der Arbeit so beschäftigt. Mal sehen … ( nein, ich kopiere jetzt nicht ernsthaft Mails in den Blog hier rein, keine Angst )

Ich sag mal, ich hab am Freitag einige Tickets bearbeitet – ist wichtig, „die Geschäftsführung schaut auf die Ticketzahl“ – so mein Teamleiter. Und wenn die offenen Tickets nicht weniger werden, dann läuft doch irgendwas schief …

Ach ja, nach dem Mittag sind wieder Sonderbestellungen eingespielt worden. Und auch alle direkt wieder automatisch storniert worden. Weil irgendein Bestellbezug auf einen Zeitraum vor 3 Monaten verweist. Zum Glück ist das jemandem aufgefallen. Ist nicht lustig, wenn die Kunden nach ihrer Ware fragen. Und da gibt es doch den Spruch: „der Moment, in dem du …“ man könnte hier ergänzen: … erkennst, daß 2 Kunden sich gemeldet haben und du aufgrund der Daten im System feststellst, dass 200 Kunden betroffen sind …     Einfach unbezahlbar. Für alles andere gibt es Mastercard …

Oh Mann, so weit ist es mit meiner Lustlosigkeit im heutigen Eintrag schon gekommen. Ich zitiere Werbung …

Naja, hängt bestimmt nur an dem Einfluss meiner näheren Umgebung auf mich. Wozu das Fernsehprogramm in nicht unerheblichem Maß zählt. Auch wenn ich das Gefühl habe daß immer weniger kommt, was ich sehen möchte. Trotz 1348 Kanälen oder so. Früher war alles besser. Und aus Holz. Oder ?

Hab übrigens am Wochenende noch über eine „interessante Idee“ sinniert: die Möglichkeiten des eigenen Lebens. Klingt jetzt bestimmt erschreckend bedeutend. Nein, keine Angst, nichts ernstes. Aber beschäftigt mich halt – die Frage, wieviel ( positiven ) Einfluss ich tatsächlich selbst auf meinen Tagesverlauf und in Summe auf meine Zukunft nehmen kann. Wieviel von dem, was ich den Tag über so treibe ist von aussen vorgegeben ? Und was kann/darf ich selber entscheiden, ohne daß mir dadurch Nachteile entstehen ? Wenn ich nicht immer so müde wäre, würde ich bestimmt „mehr unternehmen“. Aber was denn dann eigentlich ? Fühle mich ein bischen so wie jemand, der was ganz tolles kochen will und sich vorstellt, wie toll das allen schmeckt aber daran scheitert, damit in der Realität anzufangen. Wirklich tun, nicht nur dran denken. Bzw. dran zu denken, was dabei rauskommen könnte – es könnten Leute von meinen Kochkünsten begeistert sein, das würde sich toll anfühlen ( ich behaupte übrigens mal, ich kann nicht allzu schlecht kochen ). Aber alles nur Seifenblasen solange ich nichts mache sondern nur auf der Couch sitze und müde bin …

Mensch, jetzt reichts aber für heute. Wenn ich jetzt den Rechner ausmache, dann kann ich schlafen und dann bin ich morgen vielleicht ein klein wenig weniger müde. Und kann weiter drüber nachdenken, wie das wäre, wenn ich z.B. Blogger mit 100.000 Followern wäre. Und nicht mehr „arbeiten“ müsste, weil ich dann ja nur mit Bloggen Geld verdienen würde. Natürlich wesentlich mehr, als ich jetzt verdiene.

Kennt das von euch auch einer, dieses Gefühl, „ich müsste mal …“, was abre irgendwie total unkonkret ist und jeden Tag dann auch ganz rasch wieder verblasst … ?

Ich wünsche euch ( und mir, natürlich vor allem mir ) einen guten Start in die Woche!

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5 Kommentare zu „Sonntags von Freitag schreiben…

  1. Ich glaube wir kennen alle dieses Gefühl von „man müsste mal ..“ – oder „ich sollte … “ und auch „ich hab das mal kurz angedacht … das wird ganz toll … “ und dann … endet es in einer Dauersitzung Youtube, in einem Nachmittagsschläfchen oder beim Rumzappen … ALLE Leute kennen das – außer dieser einen Freundin … Jeder kennt diese EINE Ausnahme, die immer schafft, was er/sie sich vornimmt …

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  2. Guten Start in die neue Woche!

    Ich denke auch immer öfter daran ein wenig konsequenter zu leben. Andererseits, ich kannte genug Menschen die zwischen 30 und 40 einmal von ihrem Körper konsequent darauf aufmerksam gemacht werden das er eine Pause braucht.

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  3. Ich kenne das Gefühl „man müsste mal“, genauer „ich müsste mal … “ sehr gut. Einige Sachen konnte ich angehen. Plötzlich war ich müde und überfordert von dem vielen, was passierte, nicht mehr vom Nichtstun. Auch so eine Sache.

    Aber ich will nicht lamentieren. Es anfangen ist oft ein guter Anfang.

    Ich sollte ins Bett, ich schreibe Mist.

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