Dienstag – mein Chaos, dein Chaos

Also der Titel bezieht sich auf den späten Dienstag, sozusagen die Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Nach der „Aufregung“ gestern – ich habe meinen „VPN-Token“ zu Hause vergessen ( ich brauche auch immer eine Entschuldigung für alles: hatte das Ding fast 2 Jahre bis so vor 3 Wochen an meinem Schlüsselbund => immer dabei. Das Teil ist aus Plastik, und mittlerweile ist die Öse, an der das Ding am Schlüsselbund hing kaputt. Normalerweise brauchte ich das Ding ja ausschließlich nur für abends zu Hause, wenn ich nochmal den Rechner angemacht habe. Daher liegt das Teil in einer Küchenschublade rum … -> danke nochmal an meine Frau, die mir gestern abend dreimal mit der Nummer auf dem Ding ‚ausgeholfen‘ hat … ). Ohne VPN-Token komme ich ja nicht ins Firmennetz, was bei meiner dieswöchigen Supportwoche äußerst kontraproduktiv ist.

Damit komme ich gleich mal zu was positivem gestern: habe vormittags ( Gott sein Dank hat nachts keiner wg. Bereitschaft angerufen, ist ja auch recht ruhig gewesen die letzten Tage vorher .. ) bei der „Netzwerktruppe“ angerufen – habe mal gehört, daß es den Token auch als „App“ auf dem Handy gibt. Es gibt ja mittlerweile alles als App auf dem Handy. Fehlt blß noch, daß es mich auch mal irgendwann als App auf dem Handy gibt. Ich leiste ja schon mal Vorbarbeit in dem ich das Tagebuch hier schreibe – das läßt sich bestimmt dann irgendwann von einem intelligent lernenden System automatisiert fortsetzen. Dann schreibe nicht mehr ich sondern eine App die Einträge hier ….   Also jedenfalls habe ich jetzt den Token auf dem Handy, kann mich also wieder jederzeit einwählen. Was daran so positiv ist: es war unkompliziert, das Ding zum laufen zu bringen und der Kollege vom Netzwerkteam war von vorne bis hinten kompetent. Das kenne ich aus den Firmen wo ich vorher gearbeitet habe anders. Aber sowas von anders. Da habe ich gelernt: wenn du in der Netzwerktruppe anrufst bekommst du keine Hilfe sondern nur blöde Gegenfragen. Z.B. ich so: „mein Laptop braucht 3  – 5 Minuten, um Windows hochzufahren, ist das normal, kann man das nicht beschleunigen ?“ Antwort von dem zuständigen Netzwerk/Hardware-kollegen: „hmm, wieviel Speicherplatz hast du denn belegt ? Du solltest deine Dateien mal aufräumen/löschen, dann geht das wieder schneller“. Ich bin kein Windows-experte, überhaupt nicht. Aber vielleicht kann mir ja einer der Leser hier den Zusammenhang zwischen Füllgrad der Festplatte und Geschwindigkeit des Windows-hochfahrens erklären. Ich wette nämlich, selbst wenn das mit der Datenmenge auf der Platte was zu tun haben sollte, dann kann man doch irgendwas im System einstellen, damit das Hochfahren schneller geht ?? Aber da bin ich dann auch mal „ganz Fachbereich“: keine Ahnung von Details, aber Erwartung, „daß da jemand von der IT was tun kann/muss“ ..

So, der Tag gestern war ja ein regionales Treffen, auf welchem aus den Regionen die vom Geschäftsprozess, den sie betreuen, die einigermaßen passenden IT-Kollegen sich treffen und unter Moderation des Dienstleisters Anforderungen diskutieren/bewerten. Und zum Schluß wird dann eine Empfehlung ausgesprochen. Weniger für „machen/nicht machen“ sondern mehr für „Region xy ist dabei/nicht dabei“. Nun durfte auch ich ein Thema vorstellen. Grundsätz gehts um die Auswertmöglichkeit über Bestellungen: damit das Lager „vernünftig und effektiv arbeiten kann“, gibt es Zeiten für Annahmeschluß. Bis wann dürfen die Kunden bestellt haben, damit die Ware am nächsten/übernächsten Tag geliefert werden kann ? Das Lager hat ja „Durchlaufzeiten“, also irgendwann ist auch mal Schluss mit Bestellen. Da es sich um eine große Zahl Kunden handelt, sind immer mal welche dabei, die die Annahmeschlußzeit „vergessen“ oder wg. diverser eigener Probleme eben verspätet bestellen. Und dieses Dillema gibt es schon sehr lange. Und jetzt komme ich, die Logistik als Anforderer im Rücken und möchte eine Auswertfunktion oder sogar sowas wie eine „automatisierte Bestellstornierung“ als Funktion im System haben. Grundsätzlich verständlich. Nun sitzen in der Runde „IT-Experten“. Und über was wird dann diskutiert ? -> Über die Sinnhaftigkeit. Problem ist bekannt, der Vertrieb soll mal mit den Kunden sprechen, was kann man mit der Funktion überhaupt erreichen, das bringt doch e nichts…  Technische Machbarkeit gar keine Frage. Aber was bringt ein Automatismus, der nacher gar nicht angewendet wird ( … „es muss erst mal definiert werden, ab wann zu spät Bestellungen automatisch zu stornieren sind – erst wenn das klar ist, macht ein Tool Sinn ..“ ). Ja und nein. Das „Tool“ soll ja auf „einfachem Weg“ erst mal auswerten können, WELCHE Kunden denn wie lange zu spät bestellt haben. Dagegen steht dann das Argument, daß man das ja gar nicht wissen kann. Wenn der Kunde heute bestellt hat und 3 Stunden über dem Annahmeschluß drüber ist – vielleicht hat er ja wissentlich und mit Absicht so spät schon für übermorgen bestellt, wozu er bis morgen mittag ja noch Zeit hat…

Wahrscheinlich ist so eine Diskussion für 90% der Leser hier eher eine Gute-Nachtgeschichte als ein verständliches Problem. Aber so ist das eben mal. Ich hab mir das Problem/Thema nicht ausgedacht, es ist halt einfach da. Und mal wieder wird versucht, menschliches „Fehl-Verhalten“ durch Technik irgendwie „lenkbar“ zu machen – oder anders ausgedrückt: ein menschliches Verhaltensproblem „irgendwie mit der IT-Funktionalität zu lösen“. Keine Ahnung, ob es zum gewünschten Endergebnis führt, aber erst mal was programmieren…  Naja, Thema wurde zum Schluss uneinheitlich abgestimmt. Der Dienstleister wird sich vielleicht direkt mit mir eg. „ner alternativen technischen Lösungsmöglichkeit“ unterhalten.

So, schon zu viel geschrieben, jetzt komme ich dann doch mal zur Überschrift: heute hat ja dankenswerter Weise ein Kollege meine Bereitschaft übernommen, da unsereiner seine Dienstreise ja auch direkt nutzt, um abends mit den Kollegen in der fremden Stadt den dortigen nicht ganz kleinen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Ich hatte ja letztens nen Tag am Wochenende vom Kollegen übernommen, jetzt also der „Rücktausch“. Mein Tausch war ok, es war ruhig. Leider hatte der Kollege gestern abend nicht das Glück. Er hat mich dann um 10 noch angeschrieben, weil behauptet wurde, es gäbe Fehler in der Verarbeitung von Bestellungen. Was aber nicht so war – ein IT-ler nennt das dann „works as designed“. Blöd, aber wenn mal entschieden wurde, daß Programme den Weg A laufen, dann ist das so. Für den Anwender nicht immer logisch, aber der kennt die Entscheidung und die Diskussion darüber oft nicht, sitzt vor dem Programm, bedient es und sagt „das kann doch so nicht richtig sein“. Doch, kann es. Und ausserdem meine ich, daß die meldende Person genau das gleiche Thema schon mal hatte, es wurde ihr erklärt und jetzt wieder genau die gleiche Fehlermeldung. Manchmal zweifelt man echt am Verstand anderer Menschen. Ok, das ist böse. Aber wenn es doch schon mal ( zumindest angeblich, vllt. habe ICH da ja ein Informationsdefizit ) in deren Abteilung vorgekommen ist und besprochen wurde, dann könnte sie das doch wissen…  Naja, EIN Anwender hat ein Problem mit EINER Bestellung – kein Drama. Das Drama kam dann wohl ne Stunde später. Kollege meint am Ende unseres Telefonats, ich solle dann mal ins Bett gehen. Danke. Keine viertelstunde später versucht er mich zu erreichen. Doof, weil ich auf  meinem Handy die Rufumleitung auf ihn umgestellt habe. Letztendlich wurde gestern abend nach einem Update in zwei Systemen ein Server nicht vernünftig hochgefahren. Da hat dann die Übertragung von Daten ins Lager nicht richtig funktioniert. Wobei das schon die Lösung ist. Die arme Socke von Kollegen hat heute morgen um kurz nach 2 dann per Mail die Lösung mitgeteilt. Die musste aber unter Zuhilfenahme anderer Kollegen erst mal gefunden werden. Habe ein schlechtes Gewissen. Aber Bereitschaft getauscht ist Bereitschaft getauscht. Hätte mir ja letztens auch so gehen können, als ich mal nen Tag von ihm übernommen habe.

So, jetzt ab in den Mittwoch, es warten wieder große Aufgaben.

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