Freitag – Missverständnisse …

So, gestern habe ich es nicht geschafft mein Tagebuch zu beglücken. Aber heute. Dabei ist gefühlt wieder 10x soviel passiert wie ich (be)schreiben kann. Aber irgendwie auch nichts. Jetzt ist auch wieder abend und ich hab eigentlich schon verdrängt, was den ganzen Tag über so gelaufen ist. Nicht daß ich mich schön verdient im Feierabendmodus befinde – es ist echt gar nicht so einfach nochmal alles zusammenzubekommen, was den Tag so „bemerkenswertes“ passiert ist.

Aber zunächst mal das „Dankeschön“ des Tages ( ich will mich jetzt ja auch mal jeden Tag für etwas am Tag bedanken, zumindest solange, wie ich das interessant finde .. ). Also bedanken kann ich mich für das Weihnachtsgeld gestern. Da ich mir vor einiger Zeit ein anderes Auto gekauft habe, kann ich mit dem Weihnachtsgeld endlich den Rest vom Auto bezahlen. Das ist einerseits cool, andererseits aber auch schon wieder gefühlt ein bischen „fies“, da ich das Auto schon ein paar Monate besitze und es sich daher fast so anfühlt, als würde mir das Geld „weggenommen“. Natürlich ist das nicht richtig, schließlich muss kann ich ja eigentlich froh sein, daß ich mir das Auto anschaffen konnte. Wobei: ohne Mobil komme ich auch gar nicht zur Arbeit, wohne schließlich auf dem Land …

Ja, was war denn sonst so los: zunächst mal hat sich ein Fehler in Bestellungen vom Vortag wiederholt ( Bestellmengen haben sich ‚von selbst‘ vervielfacht ). Obwohl der Programmierer einem Kollegen versichert hat, daß der Fehler behoben sei kam er wieder. Und da ich die Logistik per Mail informiert hatte, daß das Problem behoben ist hat man nicht wie am Tag vorher die gefühlt viel zu hohen Liefermengen automatisch gekürzt sondern diesmal verladen. Da „mein System“ ( also das System, welches ich ‚betreue‘ ) für den betroffenen Prozess nur Durchlauferhitzer ist ( der Fehler ist in nem Vorsystem entstanden, d.h. von dort wurden schon die falschen bzw. vervielfältigten Daten übertragen ) und die Kürzung der Mengen im Lagersystem, was „meinem“ System nachgeschaltet liegt vorgenommen wird sitze ich etwas ‚hilflos‘ zwischen den Stühlen. Naja, jemand hat das Problem gemerkt ( die Logistik wieder mal, Lob und Dank an die geistesgegenwärtigen Kollegen ), aber es hieß dann ja auch, daß „wir“ in der IT nichts tun müssen, wurde alles schon korrekt reduziert. Dazu passt nun nicht, daß heute der Teamleiter der Dispo da war und sich zum einen beschwert hat, daß ihm keiner Bescheid gegeben hat ( „und  ich werde da morgens von meinem Chef gefragt, was da los ist und kann gar nichts sagen, weil ich nichts weiß“ ) und zum anderen wurde doch bei einzelnen Produkten „das Lager geleert, so daß andere Kunden von dem Produkt nichts bekommen konnten“. Jetzt stand ich bzw. die „Prozessmanagerin“, die die Umstellung auf das neue System für die betroffenen Kunden mit betreut dann blöd da. Wir wussten nämlich nicht, daß doch viel zu viel an die betroffenen Kunden verladen wurde. Aber wenn mir das Lager versichert, die Sache im Griff zu haben prüfe ich da auch nix mehr …

Ja und dann war da mal wieder die Sache mit dem „aneinander vorbei reden“. Ich halte mich eigentlich für einen verständlich kommunizierenden Menschen – zumindest versuche ich verbal konsistent zu sein. Also mir nicht selbst zu widersprechen. Und auch nicht zu viel rumzulabern. Aber es gibt scheinbar immer wieder Menschen, die ganz und gar andere Verschaltungen im Kopf haben und nicht wissen, was ich eigentlich möchte. Dabei meine ich es wirklich nur gut.
Was ist kokret passiert: am Mittwoch war ein Meeting, in welchem die Teamleiterin von Bereich A gefragt hat, wie man im System sehen könne, wann die nächste Anlieferung an unser Lager kommt. Teamleiter B hat ihr seinen Wissensstand dazu mitgeteilt ( ..“das sieht man in Funktion xy und dann aber auch in xz, aber im Zweifelsfall kann auch Kollege xyz aus der IT [ nicht ich als Anwesender .. ] mit Wissen aushelfen“). Ok. Später hatte ich nochmal ein Meeting, an dem A teilgenommen hat. Da kam das Thema am Ende wieder. Im kleinen Kreis habe ich ihr erklärt, mit welcher Funktion Sie das sehen kann, was Sie brauchte ( nicht ganz das gleiche, was B erzählt hat .. ). Ja. Dann würde Sie das mal ausprobieren ( Achtung Fallstrick ‚Berechtigung‘ ). Und wie schon vermutet, später kam eine Mail von ihr, sie und ihr Team dürfen die Funktion nicht ausführen.

Ja, und jetzt wird es kompliziert – ich arbeite ja in einer größeren Firma und da gibt es bestimmte Regularien, an die man sich halten muss. Jetzt kenne ich den Beantragungsprozess für neue Funktionen ja nur vom Hörensagen – ich weiß, daß man einen formellen Weg einhalten muss. ( wem das jetzt als Thema langweilig vorkommt: ja, das ist solange ne öde Sache bis man mal ne weitere Funktion braucht und der zuständige Berechtigungszuweiser meint, ohne formellen Antrag geht da gar nix ). Also ich zu dem Berechtigungszuweiser, um den zu fragen, wie denn der Antrag aussieht/auszufüllen ist. Das wollte der mir aber erst mal überhaupt nicht zeigen, wichtiger war ihm mir rauszusuchen, in welcher „Rolle“ die Berechtigung für die Funktion zu finden ist. Damit es nicht zu einfach wird ( mein Gehalt muss ja mit irgendwas begründet sein ): es gibt zahlreiche „Rollen“, in denen die Funktion drinsteckt. Und jetzt kommt Teamleiterin C ins Spiel. Laut Berechtigungszuweiser sollte Sie das ok geben, zumindest informiert sein, was wir vorhaben. Bzw konkret: ich soll ihr die ganze Liste mit den „Rollen“ schicken, damit sie dann mindestens mal diejenigen rausnimmt, welche die Kollegen aus Bereich A nicht bekommen dürfen. Ok…

Ich schreibe ihr also eine Mail mit der Frage, welche Rolle ihrer Ansicht nach nicht in Frage kommt. Und eine der restlichen kann dann doch zugewiesen werden, oder ?

Was kommt als Antwort: „ob ich denn wisse, wer der Verantwortliche in der Fachabteilung für die zu nutzende Funktion sei ?“. Äh, was ? Nein, weiß ich nicht. Gibt es nicht. Kenne ich zumindest nicht. Das System ist neu und da sind gerade für bisher nicht bekannte Funktionen noch keine „Owner“ zugeordnet. Aber was soll mir die Rückfrage denn jetzt sagen ? Soll ich jetzt jemanden suchen, der sich verantwortlich fühlt ? Oder will sie mir damit sagen, daß sie mit meiner Frage nichts anfangen kann ? Oder habe ich irgendein Fettnäpfchen übersehen ? Ich überlege eine Stunde lang, was ich darauf entgegnen soll: ich schreibe zurück, ob sie einverstanden sei daß ich die Frage nach der Verantwortlichkeit an die Projektleitung gebe. Antwort: ja, ist ok.

Letztendlich habe ich die Teamleiterin A gebeten, den Antrag auszufüllen und abzuschicken. Ohne Projektleitung. Erfahrene Projekthasen ( alle anderen verstehen wahrscheinlich gar nicht so richtig, auf welchem dünnen Eis ich mich mit meinem Rat bewege … ) werden mir jetzt bestimmt erklären, daß ich mich an die Prozess halten muss und die Projektleitung die Entscheidung treffen muss. Könnte ja auf mich zurückfallen, daß ich so ‚unverständlich‘ an meiner eigenen Mailabsprache vorbeihandle. Ja schon, aber wenn man in einem großen „Laden“ nach Verantwortlichen fragt wird es oft knifflig. Da bin ich dann manchmal Pragmatiker. Team A muss arbeiten können.

Jetzt könnte ich natürlich noch ein Meeting zur Klärung der Frage einberufen. Oder beim nächsten wöchentlichen FB-meeting ( falls es denn nicht abgesagt/verschoben wird ) das Thema nochmal ansprechen. Aber vermutlich sind dann eh alle genervt, weil es ja auch aus Sicht anderer Leute um ein nerviges Thema geht. Mache ich es nicht, ‚riskiere‘ ich, daß ich irgendwann mal gefragt werde, wie es denn sein kann, daß Team A ohne Kenntnis der anderen die vorhin mal erwähnte Funktion benutzt.

Es gibt übrigens – in diesem Zusammenhang bietet sich der Verweis darauf an – zwei Themen, die einem in der IT das Leben echt schwer machen. Das eine ist die Frage nach Zuständigkeiten. Soll das Programm xy auf die dritte oder vierte Stelle nach dem Komma runden ? Oder ab welcher Bestellmenge hat ein Kunde sich wohl vertan und es beim abschicken seiner Bestellung nicht gemerkt ? Da kann man unter Umständen auch mal ein halbes Jahr einer Antwort hinterherlaufen. Das andere sind die zig Programme für die man zuständig ist, zu welchen es keine oder keine irgendwie verständliche Dokumentation gibt. Ich vermute, ausserhalb der IT denkt man „ja wenn einer in der IT arbeitet, dann betreut der natürlich Programme und Systeme, mit denen er sich auskennt und auf die er geschult wurde.“ Natürlich. Alles andere wäre ja auch ineffizient.

So, das reicht mal wieder für einen Eintrag. Nächste Woche fahre ich vielleicht doch zum Regionentreffen. Ich soll da jetzt sogar eine neue Anforderung ( die aber schon mal abgelehnt wurde ) vorstellen. Na dann…  Wäre gerne mit nem Kollegen zusammen hingefahren. Aber cheffe meinte, wir können nicht beide gleichzeitig weg sein. Ok … Mein Kollege meinte, ich solle das entscheiden, ob er oder ich fahren soll. Nachdem meine Frau ihr ok gegeben hat, fahre ich jetzt …. 🙂

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