Freitag – das X, Bilder im Kopf bei mir und anderen

Eigentlich passt die Überschrift nur bedingt da heute schon Sonntag ist. Aber ich habe festgestellt, dass sich über Nacht „verarbeitete“ Dinge besser (be)schreiben lassen.

Mir springt gerade so einiges durch den Kopf, was ich hier festhalten möchte. Und gleichzeitig habe ich etwas Angst – wenn ich an A, B und C denke, über A anfange zu schreiben, dann treten im Kopf B und C in den Hintergrund und am Ende habe ich mich so stark mit A beschäftigt, dass ich B und C total vergesse. Hört sich wahrscheinlich wieder sehr abstrakt an, aber ich vermute das ist auch eins meiner persönlichen Probleme – wobei „Problem“ als Begriff zu ernst ist – in der beruflichen Kommunikation. Ich spreche mit jemandem zwei oder drei Dinge an, vergesse dann während dem sprechen über das erste eins der beiden anderen, wir beenden das Gespräch und später ärgere ich mich, weil mir dann B oder C wieder einfallen und dass ich das gar nicht mehr angesprochen habe… Bitte aufzeigen, wer das außer mir noch kennt….

Naja, in der Überschrift heute habe ich ja schon drei Dinge stehen und kann ab und zu ’spicken‘, über was ich eigentlich schreiben wollte. Die Sache mit dem X also als erstes.

Hatte Donnerstag eine Besprechung mit einem Kollegen, der schon länger in dem Team ist, aber noch nicht so lange mit den gerade neu eingeführten Systemen zu tun hat. Laut Vorschlag Teamleiter sollen wir thematisch ein Tandem bilden. Uns also gegenseitig vertreten. Mein „wingman“, wie ein anderer Kollege ihn jetzt nennt, muss dann ja auch mal wissen, was ich so tue und ich das gleiche von ihm. ( Anmerkung für alle Führungskräfte, die je diesen Beitrag hier lesen sollten: es reicht NICHT, zwei Leute im gleichen Raum sitzen zu haben, damit die beiden ihr Wissen austauschen. Sowas muss BEWUSST angegangen werden. Räumliche Nähe ist EINE mögliche Voraussetzung für Wissenstransfer und Zusammenarbeit. Aber gerade in der IT kann man zwei Jahre lang im gleichen Büro mit einem Kollegen sitzen und überhaupt nicht mitbekommen, was der eigentlich tut. Man ist vielleicht so mit dem eigenen Bildschirm und dessen Inhalt beschäftigt und redet ja nicht die ganze Zeit vor sich hin, so dass keine Kommunikation im Raum stattfindet. Klingt komisch, kann aber so eintreten ).

Jedenfalls betreut der Kollege mittlerweile hauptverantwortlich das System, in welchem die Lagerbestände bzw. deren Verfügbarkeit für Bestellungen datenmässig gehalten und berechnet werden. Nun gibt es Tabellen und ‚Steuerparameter‘, welche in „seinem“ und in „meinem“ System die gleichen Daten haben müssten/sollten, sozusagen synchron sein sollten. Ein Programmierer der Systembetreuung hat nun wohl einen neuen Parameter für die Steuertabelle „gebaut“ – ähnlich oder ergänzend zu nem schon vorhandenen Parameter. Oder den gibts schon länger, seine Existenz wurde aber gerade erst „entdeckt“ ( hab ich schon erwähnt, dass ich manchmal eine Werbung zitiere von „den forschenden Pharmaunternehmen, für die ich arbeite“ ? Das ist ein sehr transferlastiger Gedanke, deswegen versteht ihn auch keiner – will meinen, meine Arbeit hat entgegen landläufiger Meinung einen hohen Forschungsanteil, nicht im klassischen Sinn, aber ich entdecke fast täglich neue Funktionen, die in keinem Handbuch ausreichend oder überhaupt beschrieben sind ). Jedenfalls gibt es in der Steuertabelle auch für mein System jetzt die Notwendigkeit, den Parameter ‚einzustellen‘. Ihn sozusagen ins Leben zu holen. Dazu muss er aber auch mit Werten befällt werden. Und da gibt es dann die Spalte in der Tabelle, welche die Überschrift „Parameterwert 2“ hat. Bei thematisch gleichartigen Parametern steht da ein „x“ drin. Mein Kollege meint, deswegen muss auch bei dem neuen Parameter ein x rein. Ja, aber was macht das x denn ? Keine Ahnung. „Aber bei den anderen steht das doch auch“. Ist für mich noch kein zwingendes Argument. Wer weiß, was ich alles kaputt mache, wenn ich das x da reinsetze… DAS sind mal Fragen… Wir finden etwas später noch eine Beschreibung des Entwicklers welche angelegt, das x zu setzen. So richtig verstanden habe ich den Sinn von x immer noch nicht, aber wenn zwei von zwei Leuten meinen es sollte gesetzt werden dann tu ich das….

So, das zu dem X – wobei da ja auch wieder die Frage nach dem korrekten know-how-Transfer steckt. Es ist in großen Organisationen eben wie bei einer Inselgruppe – auf jeder Insel entwickeln sich eigene Spezies und der Austausch zwischen den Spezies findet nur selten ob der Notwendigkeiten und Gegebenheiten statt.. Mehr Kommunikation hilft, aber diese muss dann auch gezielt stattfinden, sonst verkehrt sich die gute Absicht ( wie so oft auch bei anderen Themen ) ins Gegenteil…

Nochmal ’so‘, und was meine ich jetzt mit den Bildern im Kopf in der Überschrift ? Es geht erstmal wieder um das Thema ’neuer Teamleiter‘. Das Thema wurde auf dem Gesamt-Team-Meeting Freitag Vormittag vom Teamleiter selbst thematisiert. Er meinte, er hätte es besser anders ins Leben gerufen ( erst mit den Prozessmanagern, welche ihre Rolle nun leicht in Frage gestellt sehen bzw. viele Überschneidungen bei den beiden Rollen – also fachlicher Teamleiter und Prozessmanager – sehen, besprochen. Hab ich übrigens schon mal erwähnt, dass ich Fan von verschachtelten Bandwurmsätzen bin ? )

Soweit so ok. Was mir dann aber schon wieder komisch vorkam – und das meine ich mit Bildern im Kopf – der Dienstälteste in meiner Gruppe, der auch öfter mit dem Teamleiter aushäusig unterwegs ist, saß in dem Meeting genau neben diesem. Wollte er damit ein Zeichen setzen ? Die meisten in der Gruppe sehen den Dienstältesten nicht in der Rolle eines Teamleiters. Er versteht sich aber mit dem jetzigen Teamleiter sehr gut. Wie gesagt, die beiden sind schon öfter zusammen unterwegs gewesen, das ist uns meiner Sicht ein guter Türöffner für den Dienstältesten. Der kann auch gut koordinieren, auch eine wertvolle Fähigkeit. Aber er delegiert für meinen Geschmack zu viel. Nun muss man ja, gerade beim Vorhandensein von externen Hilfskräften nicht alles selbst machen. Im Gegenteil, die sind ja dazu da, um Arbeit abzunehmen. Aber ich bin jemand, der am liebsten alles selbst macht, kann und weiß. Nicht aus Arroganz oder Imponiergehabe, einfach aus einer gewissen Angst heraus, dass ich ja zu ‚meinem Bereich auch im Detail Fragen zur Tätigkeit anderer in ebendiesem Bereich beantworten können muss. Und die Verweildauer der externen ist endlich. Danach sind die weg. Und ich bin auf mich allein gestellt. Da ist mir jemand, der zwar viel weiß, aber in technischen Details dann doch nicht und der viel delegiert suspekt. Er sitzt auch in zwei Fachgremien, da geht es aber eher um die rethorische Argumentation zur Notwendigkeit von Themen und eher weniger zu echten technischen Abläufen. So, ( mal wieder ein ’so‘ 😉 ), was hat das jetzt mit Bildern im Kopf zu tun ?

Naja, vielleicht tu ich dem Dienstältesten ja unrecht, und er hat nicht auf seinen Touren mit dem Teamleiter die neu Stelle für sich schon ausgehandelt. Vielleicht ist das auch nur Zufall, dass er Freitag neben dem Teamleiter saß. Er meinte mir gegenüber, dass er den Job auch gar nicht so unbedingt haben möchte ( Freitag vor ner Woche, als der Job ausgelobt wurde gaben wir uns später im Treppenhaus getroffen und er hat mich direkt gefragt, was ich von der Stelle denn halten würde: worauf ich meinte, es sei kompliziert, mehr Arbeit zu eh schon viel Arbeit und dass ich mir das auch zutrauen würde ). Naja, mein Film im Kopf sagt mir jetzt, dass er das eigentlich unbedingt möchte. Zu ner anderen Kollegin meinte er aber wohl, eigentlich wolle er den Job gar nicht. Und dann gibt es da ja noch den Prozessmanager, der ja bis jetzt auch eine rein fachliche Rolle ist – aktuell ist das ein recht junger, im Unternehmen aber erfahrener Kollege.

Wer tatsächlich bis hierhin tapfer mitgelesen hat: die Auflösung der Teamleiterfrage kommt bestimmt demnächst ( mindestens in 2 – 3 Wochen ). Für alle anderen: die Auflösung der Frage nach dem neuen Teamleiter kommt bestimmt in den nächsten 2 – 3 Wochen.

Und nochmal auf die Bilder in der Überschrift zurück: ich musste mich als Jugendlicher mal durch ‚Homo Faber‘ von Max Frisch kämpfen. Einiges davon habe ich tatsächlich behalten, unter anderem die zentrale Frage von Frisch nach dem „Bildnis“, dass wir uns von unseren Mitmenschen machen. Ein psychologisch bestimmt tiefgründiges Thema, ich nenn es mal kurz „persönliche Interpretation“ vom Geschehen um uns rum – die nicht immer richtig sind. Vielleicht käme ich mit dem Dienstältesten Kollegen als Teamleiter ja gut klar, weiß es jetzt nur noch nicht. Man wir sehen.

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