Mittwoch

Ich bin müde. Der Tag war lang. Aber ich habe auch nicht gut bzw. lange genug geschlafen. Was auch daran liegt, dass ich gestern Abend noch gearbeitet habe. Nicht viel, so ca zwei Stunden von acht bis zehn.

Meistens schlafe ich nicht gut, wenn ich abends arbeite. Aber gestern war wieder notwendig – am frühen Abend wurde ins produktive System eine für meinen Bereich wichtige Programmanpassung eingespielt ( wer die vorangegangenen Einträge gelesen hat: die Reparatur der Schnittstelle… ). Naja, jedenfalls mussten ja die tagsüber noch nicht synchron laufenden Daten noch angepasst werden. Also auswerten, was noch nicht passt und per ‚Makro‘ anpassen. Und während der Wartezeit auf Ergebnisse von Datenbankabfragen zwischendurch auch nach noch offenen Tickets kucken. Man könnte ja auch mal noch was antworten bzw. was an Kollegen zuweisen. Zwei Tickets weniger, immerhin. Morgen kommen ja neue 😕.

Also die Daten fürs Versandsystem fertig gemacht und übertragen. Anschließend den vorangegangenen Blogeintrag geschrieben, Fernseh gekuckt und geschlafen. Und dann um 5 oder so wieder wach gewesen. Noch ein bisschen gelesen, aufgestanden, fertig gemacht und ab zur Arbeit.

Dort habe ich mich wieder um „die dringenden Aufgaben gekümmert“ – nochmal Schnuttstellendaten prüfen, Mails beantworten, mit Kollegen frühstücken gewesen ( ja, auch in der IT pflegt man soziale Kontakte, natürlich nur untereinander, um dem Klischee zu entsprechen ).

Zwischendurch kam der Kollege, welcher als Dienstältester den fachlichen Teamleiter machen könnte im Großraumbüro vorbei – ich hatte ihm ja gesagt, ich könne den Job auch machen, es ist wahrscheinlich eh nur viel Arbeit ohne entsprechendes Entgelt..  Mir kommt es so vor, als sei er mir gegenüber sehr kurz angebunden. Kann mir aber auch nur so vorkommen. Vielleicht hat der Teamleiter ihm ja erzählt, dass ich mich gegen ihn ausgesprochen habe. Aber eigentlich ist das ja vertraulich und meine vermeintliche Empathie spielt mir einen Streich und ich vermute Dinge, die sich gar nicht zugetragen haben…

Kurz nach dem Mittag ist es wieder soweit – die erste der beiden ‚wöchentlichen Katastrophen‘ ist wieder passiert ( statistisch gesehen, zumindest gefühlt passiert zweimal die Woche ein ‚Unglück‘ was entweder nur mit viel Arbeit und Fummelei zu beheben ist oder echten betriebswirtschaftlichen Schaden anrichtet. Oder beides.

Beim Frühstück hat übrigens ein externer Kollege gefragt, warum ich eigentlich nicht Freelancer sein möchte. Nein, da sprechen einige Gründe gegen. Ich fühle mich menschlich wohl da wo ich bin und Freelancer in der IT heißt, man weiß nicht wo das nächste Projekt sein wird und ob man überhaupt nen Job findet, der zum eigenen Wissen passt ( schon erlebt: man muss sich als Experte für System xy präsentieren, was man aber gar nicht ist .. ).

Aber zurück zur heutigen kleinen Katastrophe – aus einem Bestellsystem wurden einige Stunden vormittags/mittags die Daten nicht in das Versandvorbereitungssystem übertragen. Klingt jetzt nicht so spannend. Der komplizierte Teil am Problem: die Daten wurden später übertragen und somit mit späteren Versandterminen versehen. Damit die Kunden aber möglichst nicht betroffen werden: die Bestellungen zurückterminieren. Das ist jetzt nicht so einfach, die leichtgängige Funktion dazu ist kaputt. Muss ich noch melden, weiß ich schon länger aber ich wusste bis vor kurzem nicht, dass es schon eine Reparaturidee gibt – ich muss die Reparatur ’nur‘ beantragen. Was dann wirklich RICHTIG kompliziert ist: die verspätet terminierten Bestellungen sind mit anderen, regulären Bestellungen vermischt. Und von diesen nicht zu unterscheiden. Aber die Kunden und die Artikel sowie ein Zeitraum für die Überspielung ist bekannt. Die daraus resultierende Datenanalyse, um die zu änderenden Bestellungen zu finden ist kompliziertes Datenpuzzeln – ich sag nur sverweis. ( ein Zuordnungsfunktion in Excel für nicht-Eingeweihte ).

Konnte das Problem lösen, hat aber auch wieder bis in den frühen Abend gedauert. Hatte zum Schluss wenigstens moralische Unterstützung vom Projektassistenten. Aber bei sowas ist es echt allein schon sehr angenehm, nicht alleine dranzusitzen – irgendwann kommt man mit den geöffneten Excellisten und Berechnungen durcheinander. Da hilft dann jemand, der daneben sitzt und einfach mal sagt: wolltest du nicht gerade die Daten aus Liste B anstatt C nehmen ? Richtig, da war was…

Was mir später dann doch noch komisch vorkam: der Chef war informiert, der Fachbereich auch, der Abteilungsleiter auch von meinem Kollegen, die Projektleitung habe ich dann noch per Mail informiert. Aber es hat sich keiner mehr bei mir gemeldet – doch, stimmt nicht, der Projektleiter hatte noch angerufen und gefragt, wer denn jetzt eigentlich den operativen Versand informiert hat. Keine Ahnung. Aber was ich immer wieder in ’so einem großen Laden‘ feststelle: man weiß nicht genau, wer wen informiert hat und ob überhaupt, aber irgendwie wird das doch von jemandem erledigt. Klingt vielleicht kurios, aber es funktioniert.

Zum guten Schluss habe ich noch eine Mail an den gesamten Versand mit den reparierten Bestellungen im Anhang geschickt. Und eben kam dann auch dazu noch der Anruf aus dem Versand, wie man meine Mail den verstehen müsse. Naja, man kann es NIE allen recht machen. Aber besser telefonieren als das Unklarheiten bleiben. Aber jetzt reichts dann auch, der Tag war lang genug. Hoffentlich kommt morgen früh nicht noch was aus der Ecke mit den Reklamationen. Hab morgen früh nämlich noch nen privaten Termin und komme erst später zur Arbeit. Und genau dann wenn man nicht da ist kommen Fragen zu dem, was man gemacht hat…

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