Mittwoch

Wer kennt ihn nicht, den Schmetterlingseffekt. Im Amazonas schlägt so ein kleiner unschuldiger Falter ein paarmal mit seinen Flügelchen und bei uns gibts ne Sturmflut.

So ähnlich funktioniert das denke ich mit Problemen mit und bei IT-Systemen in großen Unternehmen. Dabei weiß der unschuldige Schmetterling oft noch nicht einmal was er angerichtet hat. Irgendjemand entfernt mal zu Datenkorrekturzwecken kurz zentrale Steuereinträge und *bumms* plötzlich funktioniert der Versandprozess in einem ganzen Werk nicht mehr. Und ich habe wieder dieses wohlige Gefühl dass ich wirklich gebraucht werde. Um den Schaden zu beheben. Und das nachdem ich meiner Frau per WhatsApp gerade geschrieben hatte, dass heute mal ruhig sei.

In der Rückschau oder im Nachhinein betrachtet ist das Problem doch offensichtlich und viele Fragen sich, weshalb die Behebung von Fehlfunktionen so lange dauert. Das erinnert mich immer ein bisschen an ein Labyrinth – wer am Eingang steht und den Weg nicht kennt muss sich eben durcharbeiten, was durchaus Fehlwege beinhaltet. Wer am Ende/Ziel des Labyrinths steht und den Weg zum Anfang zurück schon gekennzeichnet sieht, der kann gar nicht nachvollziehen, wieso die Durchquerung des Labyrinths eigentlich so schwer gewesen sein soll.

Nun, ein Problem in der IT ist eben Komplexität und komplexe Zusammenhänge. In System A werden ‚prozessunkritische‘ Daten oder Parameter verändert und in System B gibts plötzlich und unerklärlich Probleme. Natürlich nur, wenn die beiden Systeme Daten austauschen. Am besten ständig, den ganzen Tag über und nachts auch. Und was für den einen in „seinem Prozess“ ( z.B. Einkauf ) unkritisch wirkt, ist für den anderen ( z.B. Versand ) eine mittlere Katastrophe.

Das klingt alles mal wieder sehr abstrakt, aber wenn man dann in echt einen sehr verärgerten ( nett ausgedrückt ) Betriebsleiter am Telefon hat, weil seine Leute wg. zu späten Datenübertragungen Überstunden machen müssen dann gewinnt das ganze eine gewisse emotionale Brisanz.

Was natürlich alle Betroffenen oder indirekten Teilnehmer einer solchen kleinen Katastrophe immer direkt interessiert: wie heißt der Schmetterling und wieso konnte er die Sturmflut auslösen. Noch dazu wo doch viele Prüfregeln im Spiel sind und die neusten superteuren IT-Systeme sowas doch eigentlich gar nicht erlauben dürften…

Ach übrigens: die gestern Abend fertige Reparatur zum Schnittstellenproblem war heute Vormittag nicht wie vermutbar im Testsystem. ( niemals nicht Never ever ungetestete Reparaturen ins Produktivsystem!! ). Rückfrage beim Dienstleister: wir arbeiten dran ( an der Verteilung/Übertragung ins Testsystem ). Später Rückfrage vom Dienstleister, ob denn auch ein entsprechender Mail-Antrag zur Verteilung in die Testsysteme außer der Reihe gestellt wurde. Nö, wurde nicht. Aber – das hat der Kollege dann aber auch selbst gemerkt – war das für betreffenden Fall gar nicht nötig. Aber man kann ja mal fragen….  mit der 12:00 Uhr-Übertragung war die Reparatur dann auch da. Eigentlich wollte ich das dann direkt testen. Aber es gibt da ein biologisches Phänomen, das nennt sich Hunger und kommt oft mittags. Und nach der Rückkehr vom Essen würde ich ins Labyrinth geschickt, weil so ein ******-Schmetterling ganze Arbeit geleistet hat.

Na immerhin weiß ich jetzt schon, was ich morgen tun werde – der Rest des Tages gehörte dann der Bekämpfung der Sturmflut. Und da ich leider kein Schweizer bin ( „wer hats erfunden?“ [ gemeint ist die Schnittstelle, welche repariert werden muss ] ) ist der Test auch gleichzeitig eine kleine persönliche Selbststudium-forschungs-Einheit. Wenn ich den zu testenden Prozess mit allen möglicherweise auftretenden Konstellationen in der Schnittstelle kennen würde wärs ja auch zu einfach. Die Überweisung am Monatsende muss ja schliesslich echt ‚verdient‘ werden.

PS: ich fühle mich übrigens etwas schuldig, da ich während der Problembewältigung heute Nachmittag einen Abstecher ins Bistro zu Kaffee und Kuchen gemacht habe. Da dachte ich aber auch noch, dass die Problembehebung fast fertig sei und es mit wenigen weiteren Schritten getan wäre. Aber das bleibt jetzt bitte unter uns…

 

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