Freitag – und was aus ihm geworden ist

So, nachdem ich heute morgen noch ca 2 h außer der Reihe ( Samstags habe ich frei, wie so viele andere auch ) gearbeitet habe noch ein paar Worte zu gestern.

( heute morgen habe ich ein kleines Programm zur Ermittlung des „korrekten“ Preisdatums in Aufträgen etwas angepasst und den eigentlichen Programmlauf und das Ergebnis kontrolliert – mit dem Erfebnis, dass die Selektion noch etwas angepasst werden muss, das ist aber wirklich was für nächste Woche. Das Programm wird nur Sanstags gebraucht und der „Bodensatz“ an doch nicht korrigierten Preisgültigkeutsdatümern wird wirtschaftlich wahrscheinlich nicht spürbar sein, also lass ich das für heute – es ist Wochenende und meine Frau meinte heute morgen schon, ob es wirklich meine Aufgabe wäre mich Samstags morgens noch mit Arbeit zu befassen. Könnte doch auch die „Bereitschaft“ machen…  Nö, kann „sie“ nicht, weil der bereitschaftende Kollege weder das Problem noch die Lösung kennt und außerdem nur für Notfälle angefunkt werden soll )

Ja, gestern: ich hatte den Vorsatz, das kleine Preisdatumskorrekturprogramm zu schreiben und zu testen. Was ich auch gemacht habe. Aber erst nachmittags. Als viele schon im Wochenende waren. Das hat damit nichts zu tun, soll aber darauf hinweisen, dass ich auch gerne früher ins Wochenende gegangen wäre. Aber da war noch ein Programm, welches fertigzustellen – und dann auch mal zu testen – war. Und vor sowas hab ich immer heimlich Angst – ich kann zwar Quellcode lesen und schreiben, bin aber kein professioneller Programmierer. Ich ergoogle mir viel zur Syntax, damit kommt man schon weit. Aber wenn dann die Syntaxprüfung ne mir bisher unbekannte Meldung zurückgibt wie „die Variable kann nicht mit einem arithmetischen Operator mit einem numerischen Wert verglichen werden“ möchte ich eigentlich den Rechner runterfahren und nach Hause gehen. Keine Ahnung, was ich wieder falsch gemacht habe… ( ich habe programmiert: wenn das Datum in Feld xy kleiner ist als das Tsgesdatum + 2 dann … -> das + 2 musste vorher berechnet werden, nicht in der if..endif-schleife ) habs mit etwas ‚raten‘ hinbekommen. Aber das passt immer: Freitag Nachmittag, kein Mensch zum fragen mehr da und ich habe ein „dringendes“ Problem….

Ja, warum erst nachmittags angefangen ? Na vormittags war noch das wöchentliche Team-Meeting, und weil die Zeit dafür fix ist und davor nicht so viel Zeit hab ich halt erst mal noch an Tickets gearbeitet. Hätte ich besser sein lassen – da will man nett sein und den Leuten helfen, begegnet aber direkt zwei Hürden: 1) ich versteh den Inhalt der beiden neuen Tickets nicht ( klar kann man Rückfragen, aber das ist irgendwie nervig, das Problem könnte ja auch mal so beschrieben sein, dass ich als Lesender verstehe, WAS eigentlich das Problem ist bzw. von welchem Prozess, welchem Programm oder welchem System die Rede ist ( konkret: der Kunde bekommt seit 2 Wochen keine DFÜs mehr – klar weiß ich, dass das Kürzel DFÜ für Daten-fern-Übertragung steht; aber WELCHE Daten aus WAS FÜR EINEM SYSTEM hätte der Kunde denn gerne ? ). Die Rückfrage dauert eine halbe Stunde bis ich verstehe, um welchen Prozess es geht. Nicht weil ich kein Deutsch kann sondern weil die Anzahl der Möglichkeiten, welcher Prozess mit DFÜ gemeint sein könnte nicht gerade klein ist. Und dann noch 2) selbst nachdem ich den Inhalt dessen, was da nicht funktioniert verstanden habe kann ich alleine nicht helfen – ich hab zwar ne Vermutung anhand dessen, was ich so zB über Abrechnungsprozesse weiß, aber Halbwissen ist gerade in der IT gefährlich. Bevor man gut gemeint aus einem kleinen Problem eine Katastrophe erzeugt sollte man erst mal mit „den zuständigen Kollegen“ sprechen. Das versteht von außen ( die Leute, die etwas von mir brauchen ) kaum einer – ich bin doch die IT, da MUSS ich dann doch auch helfen, und zwar sofort, schließlich hat der Kunde ja schon gemeckert und kein Verständnis. Aber glücklicher durch falsche Hilfe wird der Kunde auch nicht, oder ? Jedenfalls warten die beiden Tickets erst mal bis Montag – Donnerstag würden Sie aufgemacht/geschrieben und Freitag morgen steht dann schon als Kommentar drin „und, gibt’s hierzu schon was neues ?“. Natürlich verstehe ich die Dringlichkeit, aber die Rahmenbedingungen, unter denen ich handeln kann müssen dann aber auch verstanden werden. Wenn ich ein Problem lösen muss, dass viele Kunden betrifft ist das dringender als ein Problem, welches nur einen Kunden betrifft. Das ist hart für den einen, aber nach kurzem Überlegen bisher noch immer verstanden worden.

Ja und da gab es dann noch ein Team-Meeting. Das ist gut gemeint, aber gestern war die Kernbotschaft, dass wir Knüppel zwischen die Beine bekommen. Politisch gewollt. Höheren Zielen des Konzerns folgend. Ok, an dieser Stelle bin ICH bzw. unser Team der eine, welcher kürzer zieht. So ist das im Arbeitsleben. DAS sollte an der Uni mal gelehrt werden. Wie geht man konstruktiv mit einschränkenden bzw. behindernden Vorgaben um….

Nach dem Meeting Mittagessen mit etlichen zynischen Kommentaren – das gehörte muss doch irgendwie psychologisch spannungsabbauend verdaut werden. Ach ja, dann war da noch der Teilprojektleiter, welcher danach ein Problem losdelegieren wollte. Eigentlich ein netter Mann und ich würde ihm auch gerne geholfen haben. ABER ICH MUSS MEINE AUFGABEN AUCH MAL ERLEDIGT BEKOMMEN. Kennt ihr auch Menschen, die auf alle mögliche Arten versuchen, ihr Problem zu eurem zu machen ? Und selbst wenn ich ihm zu verstehen gebe, dass er das Problem ( wieder ein als Mail an ihn getartntes Ticketproblem ) mit seinem know-how garantiert selbst zur Lösung führen kann, zwei Minuten nach dem Telefonat kuck ich dann doch wieder in irgendwelchen Tabellen oder Funktionen nach, ob ich sein Problem nicht dich lösen könnte. NEIN. Ich muss noch mein kleines Programm schreiben. Das erledigt sich durch Prokastination auch nicht von selbst. Und es wird wirklich, wirklich wirklich benötigt.

Schließlich habe ich es dann doch geschafft. Es ist noch nicht perfekt, aber ich habe ja auch noch einige Jahre meines Arbeitslebens Zeit. Vielmehr nächste Woche. Aber erst nachdem ich mich um rückständige Warenlieferungen an Kunden gekümmert habe. Das kam Freitag Nachmittag als Mail: bitte klären und Montag Status abgeben, was mit überfälligen Lieferungen ist. Müsste schließlich von mir bzw in meinem Bereich durch proaktives Monitoring schon längst in Arbeit sein. Ja, Problem ist bekannt. Bisher verdrängt wg anderen Themen. Werde Montag die betroffenen Kunden anrufen, ob ich die überfälligen Lieferungen tatsächlich zur Auslieferung bringen soll oder ob sich das durch Ersatz schon erledigt hat. Habe ich mal so für mich entschieden. Politisch nicht korrekt, aber ich fürchte wenn ich nach Zuständigkeit für solch einen Fall suche wird es eine frustrierende Angelegenheit. Also nehme ich selber die Schippe in die Hand und fange an zu graben.

So, reicht für einen Tag mal wieder. Immerhin für Montag direkt schon wieder ein konkretes Prio1-to-do.

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3 Kommentare zu „Freitag – und was aus ihm geworden ist

  1. „DAS sollte mal gelehrt werden …“
    Ja, wird es nicht.
    Früher gab es noch „die Älteren“, die dem „Stift“ so etwas „beigebogen“ haben.
    Gibt es auch nicht mehr. Wegrationalisiert oder im Startup nie dagewesen.

    Heute findet man Lösungkompetenz „im Internet“. Bspw. hier:

    angehefteter tweet – TEDtalk von Tim Harford wie man Limitierungen gezielt einsetzt.

    Gefällt 1 Person

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