Brände austreten

Dafür wurde ich nicht eingestellt – oder doch ? Ein Kollege hat vor kurzem geklagt, „er würde ja nur noch reagieren“. Bedeutet er muss sich um Probleme anderer Leute mit Programmfehlfunktionen kümmern. Ständig andere und immer ist die Behebung dringend.

Ganz ehrlich: das kenne ich gar nicht anders. Habe ich damit ein Problem ? Nein. Liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass ich mich halt als Dienstleister und nicht als Verkäufer fühle. Ich bin es gefühlt gewohnt, irgendwelche Probleme vor die Füße geworfen zu bekommen. Und dann versuche ich die eben mit den mir verfügbaren Mitteln zu lösen. Andere suchen dann erst mal nach einen Passenden Tool um das Problem ( meistens Fehler in Daten ) anzupacken. Oder „eskalieren“ das Problem ( … das kann ICH doch alleine nicht lösen / da bin ich nicht zuständig für ). Zuständigkeiten sind mir eignentlich recht egal, zumindest formal. Es aber auch öfter dazu führt das ich mich mit Themen beschäftige, zu denen ich nur gefährliches Halbwissen habe. Oder Kolleginnen/gen haben schon etwas getan und ich weiß davon nix und laufe schön in die Doppelarbeitsfalle ( mehrere Personen arbeiten gleichzeitig an einem Thema). Man beschäftigt sich 2 Stunden oder Tage, hat Lösungsideen, fängt was an und erfährt dann, dass andere das Problem schon gelöst haben. Oder der eigene Ansatz einer umfangreichen Analyse wird durch die Problemlösung eines Kollegen zeitlich überholt – ich bin gerade noch beim Downloaden von großen Tabellen, um mir einen Überblick über die „Tragweite“ an falschen Daten zu verschaffen, da hat in der Zwischenzeit jemand anders das Problem des meldenden Users schön schnell und ohne weitere Recherche ( gibt’s weitere ähnliche Fälle ) gelöst. Schönen Dank auch. Meistens landet ein Problem ja auch nicht nur bei einem sondern bei mehreren Mitarbeitern. Der Mensch mit dem Problem braucht Hilfe. Schnelle Hilfe. Daten kommen im System xy nicht an und werden dringend benötigt. Eine Funktion tut ihre Arbeit nicht und Buchungen wurden nicht durchgeführt. Dann fragt der Hilfesuchende mehrere Personen an, da ja nicht jeder direkt Zeit oder das notwendige know-how hat. Der Hilfesuchende „vergisst“ aber bei der 2.ten oder 3.ten Frage nach Hilfe zu erwähnen, bei wem er sein Problem schon alles abgeladen hat. Natürlich könnte man als Empfänger eines Hilferufs auch erst mal fragen, ob man der erste ist. Aber mal ehrlich: welcher Mann oder welche Frau möchte denn wirklich wissen, mit welchen bisherigen Partnern der neue Lebensgefährte bisher schon was hatte ? Naja, der Vergleich hinkt etwas, aber warum stellt man eigentlich manchmal gewisse Fragen einfach nicht ?

Aber zurück zur Überschrift: gefühlt sorgt das neue System seit Monaten dafür, dass ständig und unvorhersehbar Probleme entstehen. Unwissenheit es und kleine Ursachen haben zum Teil katastrophenverdächtige Auswirkungen. Und alles was das Geschäft behindert muss möglichst schnell behoben werden. Egal, was oder wer das Problem verursacht hat. Kennt ihr das: du kommst morgens zur Arbeit, hast vor an Thema A zu arbeiten und stellst abends fest, du hast dich um B, C oder X gekümmert aber mit keinem Strich um A ? Willkommen in der Realität….
Wo viele Menschen flexibel arbeiten passieren in der EDV viele Fehler. 

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3 Kommentare zu „Brände austreten

  1. Vielen Dank für den Folge-Klick 🙂

    Der Terry Pratchett’sche „Kein-Käse-mehr-Fehler“ und die Ameisen mit Zucker-Bits im HEX sind das Einzige, was ich gerade noch an Vorstellungsvermögen für die Thematik bewältigen kann, darum sei mir bitte nicht böse, wenn ich meinerseits nicht deinem Blog folge.

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  2. Die hier beschriebenen Vorkommnisse habe ich nur allzu oft erlebt.
    Muss das so sein? Was für eine Verschwendung.

    Aus einer etwas anderen Ecke heraus entstand dann das up2U-Protokoll.
    https://up2u.blog/about

    Schlüssel zum Ganzen: anstatt parallel und nacheinander abzuarbeiten, trommelt man alle zusammen, die beitragen können oder betroffen sein werden.
    Diese Gruppe bestimmt nun den Kontext – den Handlungsraum.
    Wenn man sich im Klaren darüber ist, worum es geht, kann man die einzelnen Lösungsvarianten verproben. Die vielversprechendste zuererst. Solange, bis es passt.

    Alles beginnt mit einer Situation, die sich anders darstellt als erwartet und mit dem Herstellen von Augenhöhe.

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    1. Das mit dem Trommeln ist gut – aber in einer hocheffizienten Organisation gibts auf das Trommeln keine große Resonanz, da a) nicht alle Problemlösungs-stakeholder erreichbar und b) diese auch meist genug eigene Probleme am Bein haben. Da kann man dann trefflich drüber diskutieren wie groß und kommunikationsintensiv eine Unternehmensstruktur sein sollte. Das wichtigste ist und bleibt ( aus meiner Sicht ) dann der persönliche Umgang untereinander – das klingt erst mal komisch, aber ich arbeite lieber mit netten als mit zielgetriebenen Kollegen zusammen. Das ist jetzt aber meine subjektive Meinung, die sich natürlich auch immer noch weiterentwickeln kann …

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