Routine und der Umgang mit Fehlern

Heute war mal wieder ein Arbeitstag. Wirklich. Ein Tag irgendwo mittendrin im ( Arbeits-) Leben. Nachdem ich im letzten Beitrag beschrieben habe, wie scheinbar unstrukturiert neue Funktionen im System zu testen sind ist heute – zwei Tage später – fast alles schon erledigt.

Das Wochenende wirkt aber vielleicht einfach noch nach. Besuch bei der Familie. Oder beim „Rest“ der Familie. Da läuft auch vieles einfach immer weiter. Obwohl ich aus diesem Bereich wahrscheinlich drei Tage ununterbrochen Geschichten schreiben könnte tue ich das hier nicht. Tut mir leid, wenn ich da jetzt gerade geweckte Erwartungen nicht erfülle, aber das möchte ich gerade mal nicht teilen.

Naja, jedenfalls sitze ich ja seit 2 Wochen im Großraumbüro in meiner kleinen Parzelle. Nicht ganz so klischeemässig abgeschirmt mit diesen dünnen Trennwänden, wie man das so aus amerikanischen Grossraumbürovideos ( hauptsächlich aus diesen youtube-pannenvideos ) kennt. Aber auch nicht gaaanz so weit davon weg. Heute kam übrigens unser netter ( keine Ironie ) Abteilungsleiter bei der Ecke mit dem Teekocher vorbei, sah mich und meinte „oh, wo sitzt du jetzt eigentlich genau, du bist doch jetzt auch hier hochgezogen ?“ Ich meinte daraufhin, ich sitze ca. 15 Meter weiter hinter der Schrankwand hinter nem Kollegen, so dass er ( der Chef ) mich nicht sehen könne. Naja, was soll man auf die Frage auch sinnvoll antworten ? Ist ja eh nur smalltalk, auch wenn man beim Chef den Eindruck hat, dass er sich authentisch Mühe gibt, wirklich guten Kontakt zu seiner ganzen Abteilung zu halten. Das ist bei ich glaube 140 Leuten bestimmt gar nicht so selbstverständlich.

Oh, heute habe ich auch mal eine „Konzeptlücke“ gefunden. Nachdem aus einem Bereich mal wieder Beschwerden kommen, dass bei deren Produkten viel zu häufig Abrechnungsfehler passieren hat mir jemand von der Kundenbetreuung auch mal drei konkrete Beispiele dazu genannt.

Exkurs: eine Bitte, für die mir bestimmt viele mir nicht bekannte Kollegen in Deutschland dankbar sind: wenn ihr/einer von euch mit jemandem aus der IT-Abteilung zu tun hat ( und es geht nicht grade um Drucker oder Kabel, aber selbst da gibt es konkrete Informationen ): habt Beispieldaten zur Hand, wenn es darum geht, dass ihr eine Fehlfunktion meldet. Natürlich kenne auch ich unmotivierte Menschen an Hotlines ( vorzugsweise in anderen Firmen – da muss ich echt mal eine Lanze brechen für meine Kollegen, die am Ende der Hotlines in unserer Firma sitzen – die sind durchweg nett UND kompetent ). Aber tut euch und den Kollegen am anderen Ende den Gefallen und habt Beispiele ( Belegnummern, Kunden, Artikel etc. ) in der Hand, wenn ihr etwas meldet. BITTE! Nicht einfach nur sagen „Vorgestern hat mir jemand erzählt, das irgendeins der Programme zur Abrechnung nicht funktioniert.“ Nein, damit kann ich nichts anfangen. Damit kann niemand was anfangen! Ja, ich weiß, man hat Stress und möchte schnelle Hilfe, wenn man schon irgendwo anruft und eine Fehlfunktion meldet.

Aus unkonkreten Angaben resultieren dann aber auch die ganzen „Witze“ ne Sprüche über dumme User. „Was steht denn auf ihrem Bildschirm ?“ „Eine Blumenvase… “

Jeder darf mal nen schlechten Tag haben. Aber irgendwann ist dann auch mal gut. Seid nett zueinander. Lächelt, und die Welt lächelt zurück.

Ach ja, die Tests der neuen Funktionen erledigen jetzt zwei andere Kollegen mit. Ich hab nur noch einen, und da hat der Programmierer schon erläutert, warum sein Programm mit den passenden Parametern dann doch richtig funktioniert. Und er hat recht. Mein Kollege wollte das nicht glauben, aber ich habe es ihm dann mit zwei weiteren Beispielen und einigen Erläuterungen dann auch bewiesen.

Dann konnte ich mich heute ja wieder meinem Lieblingsthema, dem Aufspüren von Fehlerursachen widmen. Wobei es eine echt bemerkenswerte Szene gab: ein Kunde hatte „falsche“ Preise reklamiert, was auch von einer Mitarbeiterin vom Kundenservice aufgegriffen wurde. Ich habe recht schnell gesehen, was das Problem war: der Produktpreis wird zum Liefertermin abgerechnet. Nun hatte der Kunde einige Tage vorher bestellt und den darauffolgenden Tag als Wunschtag der Lieferung angegeben. Nur dass er – es gibt da einen ( auch den Kunden bekannten ) Plan, anhand dessen die logistischen Liefertage ermittelt werden – eben erst drei Tage später mit Lieferung dran war. Dementsprechend bekam er dann auch den gerade gewechselten Preis. Ich hörte schon förmlich, wie – nach meiner schriftlichen kurzen Ausführung im „Ticket“ dazu – die Kollegin vom Kundendienst Luft holte, um mit mir ausführlich zu diskutieren. Aber bemerkenswerter Weise hat sie kurz nach meinem Hinweis, dass es ja nicht um den gewünschten Liefertermin sondern den logistischen Termin sofort kehrt gemacht und sich noch dreimal dafür entschuldigt, dass sie in dem „neuen“ System ja erst noch lernen müsse, wo man da genau hinschauen muss.

Naja, in dem alten System kennt sie sich wirklich gut aus, in dem neuen wird das auch noch.

Und trotzdem hatte ich heute den ganzen Tag das Gefühl von zu viel Routine. Ich fahre jeden Tag zu etwa der gleichen Zeit zur Arbeit, nehme mir jeden Tag vor heute mal keinen Kaffee zu trinken, was aber um die Mittagszeit rum dann doch wieder anders läuft, sitze jetzt jeden Tag auf meinem fest zugewiesenen Platz und rotiere den ganzen Tag um die Probleme anderer Leute, um abends den Weg vom Morgen in umgekehrter Richtung nach Hause zu fahren.

Habe die Tage einen Blogbeitrag gelesen, in dem es um das Erleben von Zeit geht. Als Kind kann die Zeit oft nicht schnell genug rum gehen, viele Erwachsene klagen oft, wo denn die Zeit geblieben sei. Dabei ist Zeit doch immer konstant in ihrem Ablauf… naja, Fazit in dem Blogbeitrag war, dass man als Erwachsener eben viiiieeel mehr Routine hat. Irgendwann hat man gelernt, das sowohl spannende als auch öde Tage vorbeigehen. Dass man eben müde wird, wenn man beim Mittagessen ordentlich reinhaut. Schön, wenn man irgendwann auch mal gelernt hat, dass Fehler kein Grund für Angst sein müssen sonder das Fehler im Gegenteil erst die Grundlage menschlicher Lernvorgänge bilden. Nur weil wir am Monatsende Geld bekommen heißt das ja nicht, dass wir nichts mehr lernen müssen und immer alles automatisch können müssen.

Ja, so ist das mit den Fehlern. Mit Routine sieht man sie auch gelassener. Außer man ist jetzt vielleicht Flugzeugpilot, sitzt am Steuerpult eines Atomkraftwerks oder ist Apotheker und hat gerade – ups – eine irreversible echt lebensbedrohliche Katastrophe verursacht. Zum Glück bin ich in keinem dieser Bereiche tätig.

Tja, und morgen früh fahre ich wieder den gewohnten Weg zur Arbeit, setze mich an den mir zugewiesenen festen Arbeitsplatz, gehe wieder frühstücken obwohl ich nicht so viel essen will, trinke mittags einen Cappuccino oder ähnliches und versuche anderen Leuten plausibel zu machen, warum Programme mit denen sie arbeiten müssen so ticken wie sie es tun…

Oder morgen passiert vielleicht etwas ganz unerwartetes. Vielleicht fällt mir heute Nacht auch die ultimative Formel zur Berechnung aller Zufälle ein. Hab ich mir mal ausgedacht – wenn man mal davon ausgeht, dass sich das Leben, das Universum und der ganze Rest eigentlich konstant weiterentwickelt und bewegt, dann muss man da doch nur noch das temporäre Zufallsäquivalent dazurechnen, um reale Vorgänge berechnen zu können. So ähnlich wie das mit den komplexen Zahlen in der Mathematik – es gibt ja keine Wurzel aus -1. Also nehme ich die Wurzel aus eins und addiere ne unbekannte dazu und *puff* habe ich die Wurzel aus -1 definiert. Oder so. War das nicht so in etwa ?

Lasst euch nicht verunsichern. Schon gar nicht von mir!

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Suche funktionierende Daten!

Heute mal wieder was von meinem Arbeitsalltag. Ich verbringe gerade den größten Teil des Tages damit, Daten zu suchen.

Nein, die hat keiner verloren, es werden auch keine vermisst. Es handelt sich eher um das Resultat von Arbeitsteilung.

Als ich im Studium mal den Begriff des „Tailorismus“ ( oder so ähnlich ) gelernt habe wusste ich noch nicht, dass es mich mal voll treffen würde. Damit ist übrigens ganz schlicht die Aufteilung von Arbeitsschritten auf mehrere Leute gemeint. Henry Ford war da angeblich ein Vorreiter – bei der Fertigung von Autos macht es ja Sinn, dass nicht ein Mensch allein ein ganzes Auto baut sondern dass ein Bauteil in zig tausend Autos immer von der gleichen Person verbaut wird. Die kann das dann aber auch perfekt. ( die Arbeitsteilung meint für mich selbst übrigens, dass Person A ein Problem mit Programmen/Funktionen feststellt, Person B überlegt sich ne Lösung und beauftragt damit Person C, wenn Lösung fertig meldet Person D an Person E, dass Lösung getestet werden kann, Person E beauftragt dann Person F dies auch zu tun usw usf ).

Ja und da sind wir dann auch gleich beim Unterschied zwischen der Henry-Ford-Welt und meiner Welt. Ich bekomme neuprogrammierte Funktionen zum Test, damit ich bestätigen kann, dass diese korrekt laufen. Idealerweise sind das Funktionen, die in den Programmteilen enthalten sind, welche ich betreue und kenne. Das Wort „idealerweise“ impliziert ja schon, dass das nicht immer so ist …

Nun ja, ich bekomme die Testaufgaben ja mit einer kleinen Beschreibung, was zu testen ist. Nun kommt es eben auf die Beschreibung an, ob ich verstehe, was da gemacht wurde und wie man das testen kann. Bei drei von fünf Testaufgaben verstehe ich, worum es geht. Und dann sind die neuen Funktionen in einem separaten Testsystem eingespielt, aus Sicherheitsgründen natürlich nicht im produktiv laufenden System.

Und da fangen die Probleme dann an – dieses Testsystem ( ich arbeite in einer großen Firma, da gibt es dann auch direkt drei Testsysteme ) hat oft nur wenige brauchbare Daten – Artikeldaten, Kundendaten etc. im Bauch. Und die Daten, welche da sind, sind oft qualitativ nicht zu gebrauchen- will meinen, dass der Inhalt von vielen Feldern eines Artikels hahnebüchener Unsinn ist. Eine Bestellmenge von 1.000.000 Tomatenkonserven am Tag ist zwar immerhin schon mal ein Feldinhalt, aber eben total unrealistisch. Und wenn man zu dem Artikel dann eine neue Methode einer Bedarfsprognoserechnung testen will kommt Blödsinn raus. Jetzt ist es oft nicht klar, ob der Blödsinn aus so einem falschen Feldinhalt oder einem Programmfehler her resultiert. „Na dann kontrollier doch eben die Feldinhalte!“. Könnte jetzt ein wohlgemeinter Ratschlag dazu sein. Gerne. Aber welche ? „Na eben alle“. Ok. Aber welche sind alle ? „Na das musst du doch wissen, du beschäftigst dich doch das ganze Jahr lang mit dem Mist!“.

So hat das keiner zu mir gesagt, aber man kann Menschen nicht verübeln, wenn sie – in Unkenntnis der Komplexität des Themas und auch meist unter Erfolgsdruck – so denken. Auch ich würde so denken, wenn ich es nicht besser wüsste. Aber ich weiß eben mittlerweile, dass es unzählige Felder gibt, deren Bedeutung ich nicht kenne. Das kann man vielleicht mit einem Arzt vergleichen, der eine Diagnose stellen soll – wenn z.B. ein Augenarzt etwas zu einem Dekubitus sagen soll – Arzt ist schließlich Arzt, oder ? Hat ja schließlich nen weißen Kittel an, der MUSS das dann ja alles wissen. Aber das ist mal wieder ein weites Feld, wie Fontane sagen würde…

Na jedenfalls würden mir Testfälle zugeordnet, die ich in einem Testsystem durchspielen/prüfen soll. 6 an der Zahl. Beim ersten Fall geht es darum, dass Kunden bei ersatzweise gelieferter Ware ( also Kunde bestellt Artikel A, der ist aber nicht da, also bekommt er eine Alternative zu A, nennen wir es mal Artikel B ) auch den Preis von B und nicht den von A berechnet bekommt. Hört sich nach einer Selbstverständlichkeit an, aber es gibt in den komplizierten Logiken der Ersetzung „Schlupflöcher“, bei denen das andersherum läuft. Die müssen aber dichtgemacht werden.

Hab ich getestet. Funktioniert leider immer noch nicht. Hab das in dem Testverwaltungstool vermerkt – kam auch direkt die Rückfrage, ob ich das Ernst meinen würde. Natürlich meine ich das ernst. Ich soll jetzt umgehend den Programmierer kontaktieren, damit der das repariert. Ok, mache ich.

Bei Test 2 von 6 verstehe ich die zu testende Entwicklung nicht. Das Lesen und Schreiben von Daten aus/in eine Datenstruktur wurde optimiert. Schön. Aber in welchem Zusammenhang wird das genutzt ? Ich habe keine Ahnung von dem Prozess. Also E-Mail an den Entwicklungsverantwortlichen mit Bitte um weitere Erläuterung, wie man das testen kann.

Dritter Testfall: hier wurde ein Programm geändert, welches von einer anderen Unternehmenseinheit benutzt wird. Aha. Also hab ich/hat das mit uns doch nichts zu tun ? Auf Rückfrage dazu soll ich meinen Skrum-Master fragen. Wen ? Wer ist das ? „Na das steht doch im Intranet!“. Aha. Und wo ? Ich oute mich als unwissend. Außerdem braucht man fürs Intranet ein Passwort und meins ist letztens abgelaufen. Na zum Glück hab ich ne Kollegin, die für mich kucken kann. Der Master bekommt also ne Mail von mir mit der Frage, ob ich da was tun muss.

Vierter Testfall: ich verstehe zwar ungefähr, worum es geht ( zumindest das Problem ), aber die Lösungsbeschreibung will mir nicht einleuchten. In der Schnittstelle von Logistik-System zu Finanzsystem werden bei Retourenbuchungen Pfandpositionen falsch übertragen. Aha. Frage meinen Kollegen, der sich um Retouren kümmert, was ich da genau machen soll. Nichts. Ist sein Thema,er versteht gar nicht, warum das bei mir gelandet ist und lässt sich den Testfall zuweisen. Na dann: wieder einer weniger.

Fall 5 und 6 bearbeitet schon ein anderer Kollege.

Dann bin ich ja durch ?

Von mir aus: es ist Freitag ( Freitags wird per Definition kürzer als sonst gearbeitet ), dann ergreife ich doch mal die sich bietende Chance und gehe auch mal „regulär früh“ nach Hause. Zu tun gäbe es ja noch genug. Aber es gibt IMMER noch was zu tun. Die Kunden, die dringend den Liefertemin schieben müssen. Die Bestandsreservierungen, bei denen nicht klar ist, warum die ab und an nicht richtig laufen. Und so weiter und so fort.

Ich mache trotzdem Wochenende. Habe gestern noch gelesen, als Führungskraft muss man sich auch mal von seiner Arbeit trennen können. Ich bin keine Führungskraft. Darf ich mich trotzdem von meiner Arbeit trennen ?

Ist das Copyright oder Kunst ?

Hmmmm….

Ich frage mich gerade, ob ich Bilder vom Inhalt von Büchern, welche ich bei eBay einstelle, bei eBay ins Angebot einfügen darf.

Soweit ich das verstehe, könnte ich da wg Urheberrechtsverletzung abgemahnt werden ?

Ok… Und was ist, wenn ich die Fotos vom Buchinhalt per Fotoshop verfremde ? Dann ist das Bild doch künstlerisch verändert. Oder ?

Warum ich mir sowas überlege ?

Na nur ein Bild vom Cover ist soooo langweilig. Gerade bei Kochbüchern wäre es doch viel besser, wenn man da einige Beispiele geben kann, was einen so erwartet.

Nun wird sich kaum ein Mensch für die paar Kochbücher interessieren, welche ich abgeben möchte. Aber für die Mülltonne sind die einfach viel zu schade.

Ich gebe mir nun ja bei der Beschreibung der Bücher viel Mühe – ich vermute, kein Mensch kauft einige Jahre alte Kochbücher auf eBay. Aber irgendwie finde ich es lustig, mir ne unterhaltende Beschreibung auszudenken.

Was ich mit der „unterhaltenden Beschreibung“ meine sehr ihr hier:

https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre=https%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fulk%2Fitm%2F232626355694

https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre=https%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fulk%2Fitm%2F232626401135

https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre=https%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fulk%2Fitm%2F232626420526

https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre=https%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fulk%2Fitm%2F232626466078

https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre=https%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fulk%2Fitm%2F232627631599

Heute mal was anderes

Heute bewegt mich mal nicht so sehr die Arbeit in der Firma. Heute gibt es mal was zu kaufen:

https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre=https%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fulk%2Fitm%2F232624196371

Nun braucht nicht jeder von euch ne Camel-Shorts. Wahrscheinlich braucht kein Mensch diese Hose.

ABER: wer von euch hat ne zündende Idee, wie ich die Hose doch noch bei eBay für nen „vernünftigen“ Preis los werde ?

Oder ist eBay dafür einfach die falsche Plattform ? Schließlich habe ich nach einem Tag genau einen Beobachter – und das ist wahrscheinlich ein Kollege, dem ich heute morgen von der Aktion erzählt habe. Er fand den Beschreibungstext übrigens nahezu lustig.

Ich fand es schon immer schwer, was auf eBay zu verkaufen. Dabei gebe ich mir echt Mühe. Also: was kann ich denn tun, damit auch irgendjemand diese Hose haben will und sogar noch gegen Geld ? Das ist ja schließlich der Sinn von eBay, oder ?

Bin gespannt, ob ich jetzt belächelt und ( für irgendwas, aber das ist bei Social Media ja eher üblich als die Ausnahme ) kritisiert werde oder ob jemand doch eine spannende Idee hat, wie es funktionieren könnte ?

Arbeit läuft im Moment übrigens ganz ok, zumindest gibt’s keine übermäßigen Ausschläge auf der Bemerkenswert-Skala…

Dann biete ich doch mal was bei eBay an – da hab ich wahrscheinlich keinen Erfolg, aber das ist doch mal was Handfestes 😉…

Erster!

Genau. Erster Arbeitstag 2018. Herzlich willkommen im neuen Jahr. Auf der Arbeit ist nicht viel passiert, aber mir hüpfen einige Gedanken im Kopf herum – wenn ich schnell genug schreibe, dann erwische ich bestimmt die wichtigsten bevor sie abhauen…

Neues Jahr, neues ( altes ) Büro. Ich / der Rest des Projektteams sind aus dem Projektraum im Keller umgezogen. In das „Durchgangsbüro“ im ersten Stock. Da war ich schon mal. Vor nem Jahr. Willkommen zurück. Es ist ein Großraumbüro. Zwei Schreibtische links, zwei Schreibtische rechts, zwei Schreibtische links, zwei rechts, zwei links usw. – ich glaube das Muster ist klar geworden. Na immerhin bin ich im Rücken durch eine Schrankwand von der Kollegin hinter mir getrennt. Und vor mir auf dem Schreibtisch verhindern meine zwei Monitore und die des Kollegen den direkten Blickkontakt. Es ist ja nicht so, dass ich meine Kolleginnen/en nicht mag. Aber ich werde beim Arbeiten nicht gerne beobachtet. Und auch nicht abgelenkt – Bewegungen, die ich aus den Augenwinkeln wahrnehme veranlassen mich, dorthin zu schauen. Das ist als Urinstinkt alleine in der Savanne vielleicht hilfreich, im Büro ist dieser Reflex irgendwie nicht so passend. Genauso wie die akustische Mustererkennung. Ist im Bausatz zum Hominiden auch standardmäßig mit drin. Will heißen: eigentlich interessiert mich nicht wirklich, mit wem und worüber Kollegen am Telefon schwadronieren. Aber manchmal kann man sich gegen das passive Zuhören einfach nicht wehren. Naja, wenns zu bunt wird gibts Kopfhörer und Guardians of the Galaxy 2. ( das ist ein Film, von den Marvel-Studios – „2“ impliziert, dass es eine Fortsetzung ist. Nett gemachter Film, kann hier etwas Schleichwerbung für ihn machen, lief vorgestern Nachmittag – wollte ihn endlich mal am Stück sehen, nachdem das beim ersten Mal nicht geklappt hat. Hab ne Stunde im wahrsten Sinn verpennt. Man sollte eben nicht müde auf ner Couch liegen, wenn man anfängt nen Film zu kucken. Vorher gegessen haben gibt mir dann den Rest ).

Ja, aber davon wollte ich heute mal wieder nicht wirklich schreiben. Aber mit den Gedanken beim Schreiben ist es echt wie mit Quantenflöhen – sie tauchen unvermittelt auf, hüpfen im Kopf rum und wenn man nicht hinkuckt sind sie wieder weg. Und man merkt es noch nicht mal dass sie weg sind weil der Fokus des eigenen bewussten Denkens schon wieder einem anderen Floh hinterherschaut.

Satzungsgemäss zum Jahreswechsel wollte ich eigentlich von meinem neusten guten Vorsatz schreiben. Der da wäre, eine Positivliste zu erstellen. Von positiven Dingen auf der Arbeit. Um mich dem gefühlt allgemeinen Trend ( da meine ich gar nicht speziell die Arbeit ) des Wehklagens entgegenzustellen. Mut in der IT statt German Angst. Obwohl ich das mit der German Angst ja auch gut kann. Z.b. glaube ich nicht, dass ich mit meiner Rente hinkommen werde. Aber das ist mal ein ganz anderes Thema. ( wobei ich mir um die Rente an sich noch nicht so viele Gedanken mache. Aber z.b. die Versicherungen werden immer teurer und da gibts ja keine Obergrenze – für meine Rente schon … ).

Und wisst ihr, was ich beim Beschäftigen mit dem Gedanken über positive Dinge festgestellt habe ? Es ist ganz schön schwer, nen Anfang zu finden. Bin ich so erzogen ? Ist das einfach im Wesen des Menschen festgelegt ? Was ich meine: blöde/doofe/zum sich-aufregen -Themen – die fallen mir direkt ein. Die meisten Kollegen sind nett, aber es gibt Teamleiter aus dem Fachbereich, die könnten durchaus mal respektvoller sein. Es gab Weihnachtsgeld, aber das ist auch schon wieder Geschichte. Und was soll an einem EDV-System positiv sein, das an allen Ecken und Enden Fehler produziert ( was mir auf der anderen Seite zum Teil meinen Arbeitsplatz sichert … ) ? Das System ist stellenweise sehr langsam, es bietet oft die Funktionen nicht welche die Anwender erwarten und es ist oft unglaublich kompliziert zu verstehen, wo die Ursache für Fehler liegen kann/soll. Vielleicht sollte ich mal mit nem Vertriebler von der Softwarefirma telefonieren – die können ja sowas, professionell positiv darstellen. Das empfindet sich manchmal hinterher ( wenn der Verkäufer verkauft hat und das System im echten Einsatz ist ) als teilweise recht großer Beschiss, aber aus Sicht des Vertrieblers ist das bestimmt eine Sache der Sichtweise, der Schulungen und der richtigen/angemessenen Nutzung

Naja, es ist halt doch nicht so einfach mit dem positiven Denken, wenn man es nicht übt. Ja, ich habe einen Job. Andere sind nicht so gut dran. Ja, ich bin einigermaßen gesund. Das kann auch nicht jeder. Und ich befinde mich nicht in einer ausweglosen Situation. Ich habe nette Kollegen und nette Chefs ( auch das hab ich schon anders erlebt ). Aber zum Thema Glücklich sein dann zum Abschluss noch zwei links:

http://www.gute-nachrichten.com.de

In diesem Sinne: macht es gut.

Und immer noch springen Flöhe in meinem Kopf rum und wollen, dass ich auch über SIE schreibe. Aber für heute ist mal gut, muss ins Bett, morgen gehts wieder früh raus.

Zwischen den Tagen kommt die Innovationsfee

Liebes Tagebuch, heute war ich nach einer kleinen Ewigkeit ( eine Woche Urlaub vor Weihnachten ) wieder auf der Arbeit. Es ist gerade nicht viel los – wie in vielen vielen Firmen in Deutschland ist zwischen Weihnachten und Sylvester recht viel Urlaub abzubauen. Der Betrieb muss laufen, mehr aber auch nicht. Die großen Ideen starten mit dem neuen Jahr. Eine kleine Idee = einen regelmäßigen Datenbankdownload wollte ich heute einrichten, war aber leider erfolglos. Oder anders ausgedrückt: so wie ich mir das vorgestellt habe hat es nicht funktioniert. Außerdem hatte ich mit einem externen Kollegen die Idee dahinter kurz besprochen, er meinte es sei viel Arbeit für wenig Erkenntnis – andere Leute haben schon an dem Thema gearbeitet und schon die wesentlichen Knackpunkte gefunden. Ok, bis zu mir hat es nicht geknackt, aber warum sollte auch ich etwas von anderer Abteilung Themen erfahren, auch wenn es darum ging, dass man dem ( im speziellen Fall einem bestimmten System ) IT-System „misstraut“. Im speziellen geht es um Warenzuteilungen im Lager. Kunden bekommen keine bestellte Ware, das liegt BESTIMMT an Fehlfunktionen der Warenzuteilung. Kann sein. Angeblich ( laut dem externen Kollegen, aber der weiß es auch nur indirekt, und außerdem ist er der Experte für die Warenzuteilung – natürlich KANN es nicht an ’seinem‘ System liegen ) liegt es aber auch an Problemen im Beschaffungsprozess.

So, wo ist denn jetzt die Innovationsfee in der Geschichte ? Naja, sie war eigentlich noch nicht da. Aber wenn nicht so viel los ist dann hat man mehr Zeit mit den Kollegen mal zu quatschen. Einer von denen – ein wirklich netter übrigens – ist noch am studieren. Und irgendwie fühle ich mich oft dazu angehalten, ihm zu erklären, wie die Arbeit „später“ in echt mal wirklich funktionieren wird ( man braucht eine gehörige Frustrationstoleranz ).Nicht dass er das nötig hätte, aber irgendwie fehlt ihm die Routine. Ist ja kein Wunder, er ist ja auch noch am Anfang seines Berufslebens. Aber er ist sehr engagiert. Und hat sich in das hier laufende Tourenplanungssystem eingearbeitet. Er hat das in seiner Studienarbeit auch als Thema aufgegriffen. „Routenoptimierung“. Oder überhaupt Routenplanung. Wo wir alle mittlerweile mit einem Navi ausgerüstet sind ist es eigentlich fast unverständlich, warum man für sowas in großen Firmen teure und komplizierte Programme benötigt.

Besagter studentischer Mitarbeiter hatte letztes Jahr Besuch von der Innovationsfee. Er hat ein eigenes, selbstlernendes Tourenplanungsprogramm entwickelt. Mit Hilfe des „Ameisenalgorithmus“. Was auch immer das genau ist. Irgendwie laufen Ameisen auf optimalem Weg durch den Wald. Weil sie die Duftspur der Vorgänger riechen. Und da, wo es am stärksten riecht, waren die meisten Ameisen in einer Zeiteinheit durchgekommen. Und da lohnt es sich am ehesten, langzulaufen. Denn wo die meisten Ameisen in einem Zeitintervall langgelaufen sind, da duftet es am stärksten. Das muss der beste Weg sein, weil im Lauf der Zeit der optimalste Weg von den meisten Ameisen am öftesten genutzt wird. Auch wenn die Ameisen am Anfang noch nicht wissen, wo die optimalen Wege sind, im Lauf der Zeit laufen die meisten Ameisen relativ automatisch die optimalen Wege lang ( nicht so optimale Wege können ja nicht von so vielen Ameisen abgelaufen werden, da das ja längere Wege bedeutet, wodurch die Anzahl der dort laufenden Ameisen einfach geringer sein muss als auf dem optimalen Weg, weil sie auf der nicht-optimalen Strecke ja auch länger brauchen ).

Also DAS ist mal innovativ. Auch wenn ich es nicht so ganz begreife. Klingt aber eben „irgendwie plausibel“.

Ob es wirklich funktioniert und wie man das tatsächlich faktisch in Software umsetzt weiß ich nicht. Klingt aber spannend. Irgendwie. So verheißungsvoll. Eben von der Innovationsfee. Die könnte auch mal bei mir vorbeikommen. Wobei ich sie wahrscheinlich gar nicht zu Wort kommen lassen würde sondern ihr direkt ihre Arbeit erklären würde. Ich kenne mich nämlich aus. Mit Kreativität. Und innovativem Denken. Habe schließlich Edward de Bono gelesen. Seine Erläuterung über das „laterale Denken“. Also z.B. neue Denkwege bewusst zu beschreiten. Wenn man z.B. mal darüber nachdenkt, was ein Frosch mit einem Fahrrad zu tun hat, dann kommen einem vielleicht neue Ideen zum Optimieren von Fahrrädern. Konkret weiß ich zwar nicht, was durch das Denken an den Frosch an neuer Technik fürs Fahrrad rausgekommen ist, klingt aber verheissungsvoll.

Ich bin von dieser Denktechnik voll überzeugt, habe sie aber noch nie ausprobiert. In der IT gibt es halt nicht so viele Frösche und Fahrräder. Und da geht es auch nicht drum kreativ zu sein. Sondern hauptsächlich darum zu verstehen, wie von anderen erstellte Programme funktionieren und das anderen Leuten zu erklären. Und dann Entscheidungen für die richtige Einstellung/Parametrierung herbeizuführen.

Also versuche ich privat kreativ zu sein. Wenn ich Lust dazu habe. Und wenn es notwendig ist. Beides zusammen kommt recht selten vor. Aber eines Tages fällt mir garantiert mal DIE Idee des Jahrzehnts ein. Und dann werde ich reich, so wie Marc Zuckerberg. Man muss ja nur zum richtigen Zeitpunkt ne simple Idee haben. Das Ei des Kolumbus. Einen Daumen nach oben für den Computer programmieren. Oder eine App, mit der Privatleute sich als Taxifahrer verdingen können.

Letztendlich sind es manchmal auch auf den ersten Blick unnötige Dinge, die dann mal einschlagen. Computer für den privaten Haushalt ? Braucht keiner. Sagte IBM mal. Und dann kamen Bill Gates und Steve Jobs. Und dann gibt es noch die wirklich überflüssigen Ideen – warum gibt es z.B. keinen Flaschenöffnerschlitz direkt am Bierkasten ?

Die Welt ist eben voller Möglichkeiten. Bücher über das Internet verkaufen ? Amazon hat damit angefangen. Heutzutage ist ein Versandhandel im Internet natürlich eine recht ausgelutschte Idee. Wobei ich auch noch ein Beispiel im Ärmel habe für Dinge, die man ( augenscheinlich … ) nicht verbessern kann: was könnte man an Klopapier denn noch innovativ neu erfinden ? Dachte man bestimmt vor der Markteinführung des Charmin Bärs.

Ja, liebe Innovationsfee, komm doch auch mal zu mir! Ich lege auch 10 Euro unters Kopfkissen, falls du heute Nacht mal vorbeischaust. Ich selber hab ja nur „doofe“ Ideen. Wie wärs z.B. für nächstes Weihnachten mit Motivweihnachtskeksen ? Z.B. In Deutschlandform. Geht als Lebkuchen aber bestimmt besser. Und mit allen anderen Ländern geht das auch. Inclusive kleiner Zuckergussflagge in Landesfarbe. ICH finde die Idee sehr vielversprechend. Oder kunstvolle Weihnachtsbäume – Basis sind Lebkuchen im Profil echter Jungtannen, und die Verzierung ist dann Sache der Kreativität…

So, genug fabuliert. Noch ein bisschen Fernsehkucken und morgen früh geht’s wieder ins Reich von Softwaren und deren Anwendungsproblemen ….

Luzie der Schrecken der Straße

Vor kurzem ( Freitag morgen, glaube ich ) kam eine Folge dieser alten Kindersendung. Klar, es ist ja Weihnachten, da wird an ‚Klassikern‘ vieles ausgegraben. Wer die Kinderserie nicht kennt: es geht um ein kleines Mädchen, dass in die Schule kommt. Aber noch sind Ferien. Und Luzie möchte Mitglied in einer lokalen Kinderbande sein. Der Anführer der Bande erzählt ihr, sie müsse in einem Geschäft etwas klauen, um mitmachen zu können. Sie geht in das Geschäft, klaut Knetmasse, wird erwischt, aber noch mit einer Schachtel Pralinen rausgelassen. Und die Knetmasse „lebt“ – es sind nämlich zwei Knetmännchen, die die nächsten Tage bei Luzie ganz schön durcheinander bringen. Schöne Serie. Hab ich als Kind gerne gekuckt. Und mich sehr gefreut, dass diese gerade auf WDR wiederholt wurde.

Die Serie weckt Erinnerungen. An eine Zeit, in der ich noch nicht wusste, dass es 40-Stunden-Arbeitsverträge gibt. Oder Versicherungen, die bezahlt werden müssen. Überhaupt war Geld und Dienstleistungen nichts, womit ich mich wirklich beschäftigt hätte. Wichtig war damals, gute Noten in der Schule zu haben. Sich Dinge zu merken, welche Lehrer erzählt haben. Es ging nicht darum, Software zu verstehen. Zu erforschen, was andere erstellt haben, ohne es ausreichend oder überhaupt zu dokumentieren. Und Fragen zu komischem Verhalten zu Programmen und Funktionen beantworten zu können.

Später im Studium ging es darum, sich noch mehr merken zu können. Aber auch Zusammenhänge zu verstehen. Und Fragen in Prüfungen zu abgegrenzten Themen beantworten zu können. Der Wert von Geld wurde plötzlich wichtig, da man als Student wesentlich mehr als Schüler merkt, welchen Unterschied Geld machen kann. Geld macht vieles einfacher. Geld macht attraktiv. Es ist eigentlich nicht schön, stets sein „Können“ beweisen zu müssen, um genug Geld für das Leben und die Angehörigen ranzuschaffen. Normalerweise mache ich mir darüber wenig Gedanken, da habe ich den Tag über auch gar keine Zeit zu. Da gilt es, Fragen nach Programmfunktionen beantworten zu können, Ursachen für vermeintliche Fehlfunktionen von Software zu ergründen ( was heutzutage bei Industriell erstellten und genutzten Programmen schwer ist, da diese einfach unglaublich gross, Umfangreich und komplex sind ).

Den Takt der Arbeit gibt die Firma bzw. deren „Vertreter“ = die Kollegen vor. Probleme im Geschäftsablauf müssen so gelöst werden wie sie auftreten. Es ist nicht so, dass ich etwas anderes machen möchte oder frustriert bin. Aber der „Abstand“ zwischen dem Leben der Kindheit und heute ist schon enorm. Natürlich, das nennt sich eben „Erwachsenwerden“. Und ist alternativlos. Aber die „Freiheit“ von damals existiert nur noch in der Erinnerung. Nun gut, dafür wurde ein finanzielles Auskommen eingetauscht. Aber vielleicht ist die Erwartung, dass ich zu allen möglichen Fragen über betriebliche Programme eine Antwort kennen oder finden muss ja vielleicht zu hoch ? Viele Fragen werden mir gestellt, weil angenommen wird, dass dies in meinen Zuständigkeitsbereich fällt. Ich darf auch durchaus sagen, dass ich Dinge und Zusammenhänge nicht kenne. Aber dann verliere ich Respekt.

Vielleicht sollte ich als Vorsatz für 2018 ja mitnehmen, öfter mal „bitte fragen Sie einen Kollegen“ zu antworten …

Wie ist das bei euch, steht Kompetenz für Respekt oder auch überhaupt nicht ?

Das Gesicht nicht verlieren

Ich habe Urlaub. Das ist schön. Vor allem ruhig. Heute geht’s wohl mal zum Weihnachtsmarkt. Mittags, weil es da noch nicht so voll ist. Also eigentlich kein Grund, hier etwas zu schreiben. Aber wenn ich beruflichen Leerlauf habe denke ich trotzdem x-mal am Tag an den Job. Nicht bewusst, manch einer würde jetzt behaupten, ich könne nicht abschalten. Ja, aber Gedanken kommen halt mal, die kann man nicht immer, eigentlich fast nie bewusst steuern. ( denkt jetzt mal bitte nicht an einen rosa Elefanten – DAS war jetzt mal bewusst gesteuert ).

Also in meinen Gedanken, die sich so über den Tag verteilen ist auch ab und an was von Arbeit drin. Auch über diesen Blog hier, an den – und daran, was ich in der Freizeit über Arbeit schreiben könnte, damit er nicht so ‚leer‘ bleibt denke ich ab und an. ( kann man sich eigentlich vornehmen an etwas NICHT zu denken ? ). Und da gibt es dann doch so einen gewissen roten Faden in meiner Berufszeit, über den es sich zu schreiben lohnt: das Nicht-das-Gesicht-verlieren. Das ist jetzt auch mal nichts branchenspezifisches, das gilt denke ich fast überall.

Was ich damit meine ? Ich glaube ich hab den Begriff aus dem japanischen, genauer gesagt aus einem Film ( „die Wiege der Sonne“ ). In diesem Film ( mit Sean Connery mal nicht als James Bond sondern als US-Sonderermittler im japanischen Konzernumfeld der frühen 90-er Jahre ) sind einige Aspekte des Umgangs miteinander pointiert verarbeitet. Unter anderem, dass man Personen nicht vor anderen zurechtweist, um ihr Ansehen nicht zu beschädigen. Natürlich ist das eine ideelle Idee, aber ich glaube schon, dass dieser Aspekt in Fernost im beruflichen Umgang miteinander auch in Echt eine Rolle spielt.

Warum mir so etwas „nachhängt“: weil ich es „später“ ( der Film ist schon etwas älter ) öfter negativ erlebt habe. Weniger an mir selbst sondern mehr in Situationen mit Kollegen. Und so etwas trifft einen zentralen Nerv bei mir: dem respektvollen Umgang miteinander. Welcher doch eigentlich selbstverständlich sein sollte. In deutschen Firmen ist das aber – eigene Erfahrung – gerade bei manchen Chefs – keine Zielvorstellung. Man kann sich ja mal aus einer ärgerlichen Situation heraus aufregen und dann verbal um sich schlagen. Aber das sind Ausrutscher. Und gerade Führungspersonal MUSS meiner Meinung nach hier sensibilisiert sein. Wie kann ich von einem Mitarbeiter später volle Leistung erwarten, wenn ich „der situativen Versuchung“ unterliege, seine Fehler vor anderen breitzutreten ?

Ich kann mich da an ein exemplarisches Beispiel mit Vorsatz erinnern: ein damaliger Teamleiter in der IT hatte eine Besprechung angesetzt. Vordergründig ging es darum, ein Problem mit Einkaufsstammdaten mit dem Team Stammdaten zu besprechen ( Stammdaten sind langlebige Daten wie z.B. Adressen von Lieferanten – diese sollen möglichst nur 1x im System hinterlegt werden und dann bei späteren Buchungen zu Geschäftsvorgängen immer an zentraler Stelle nachgelesen werden ). Jedenfalls waren von ‚unserem‘ Team drei Leute eingeladen und gekommen und vom Stammdatenteam die Teamleiterin. Und dann ging es los: mein Kollege sollte erklären, wie er sich das mit der Be-/Verarbeitung von Stammdaten für Prozess xy denn so gedacht hat. Der Kollege hatte sich schon was gedacht, das war aber recht offensichtlich lückenhaft. Und was macht mein damaliger Teamleiter ? Er stellt immer weitere Fragen, bewusst zu den Lücken. Und wird dabei immer „zudringlicher“ – „..ja, du hast doch selbst gesehen, dass hier die Daten nicht richtig gespeichert werden, warum hast du das denn nicht anpassen lassen.. „. Der Kollege hat etwas hilflos rumgestammelt, der Teamleiter hat sich in seinem Stuhl zurückgelehnt und tief durchgeatmet. Und „hilflos“ die Teamleiterin vom Stammdatenteam angeschaut. Nonverbal hat er ihr zugerufen: „da siehst du mal, mit was für Idioten ich mich rumschlagen muss“. Sowas passiert. Der Kollege war hinterher total fertig. War ja nicht das erste Mal, der Teamleiter hatte ihn schon länger auf dem Kieker. Der Kollege hat mir später mal erzählt, dass er sich Hilfe bei einen professionellen Coach gesucht hat. Weil er sich nicht helfen/wehren konnte. Und noch einiges später hat er gekündigt. Der Teamleiter war zufrieden. Er – der Teamleiter – hat mich abends mal angesprochen und gefragt, ob ich noch eine Idee habe, wie man verhindern könne dass besagter Kollege so gravierende Fehler macht. Die ja auf ihn – den Teamleiter – wieder zurückfallen.

Eine andere Szene: besagter Teamleiter sitzt in einer Schulung mit ca. 20 Mann hinten. Ein Kollege aus seinem Team hält die Schulung. Und erzählt zu einem Thema einen falschen Zusammenhang zwischen Daten. Zumindest einen technisch nicht korrekten. Aber wir sind ja in der IT, da ist technische Korrektheit schon wichtig, Fuzzy-Logic hat sich nie durchgesetzt. Und wie reagiert der Teamleiter damals ? Er sitzt da hinten und schüttelt die ganze Zeit den Kopf, vergräbt irgendwann den Kopf in den Händen. Er saß hinten – die Leute vorne haben das nicht gesehen, die hinteren wohl. Nun kann sein Verhalten ja mit was anderem als dem Schulungsvortrag zusammengehängt haben. Hat es aber nicht. Der Kollege, welcher die Schulung hielt – es war ein älterer Kollege – erzählte mir später, er habe den Mut gehabt und dem Teamleiter unter vier Augen gesagt, was er von dessen Reaktion gehalten hat.

Noch einiges später meinte besagter Teamleiter mal zu mir, wenn er mit seinem Verhalten über die Stränge schlage solle man ihn am besten direkt darauf hinweisen, er merke das oft gar nicht. Was soll man dazu sagen ? Und da bin ich wieder bei dem eingangs zitierten Film: der Sonderermittler stellt einer Gruppe von Leuten in der Firma eine Frage – und bekommt keine Antwort. Weil mit einer ehrlichen Antwort ein Gruppenmitglied bloßgestellt worden wäre. Vor der Gruppe, wohlbemerkt. Damals, als ich den Film gesehen habe war das für mich ein Ahs-Effekt, sowas hat mir auf der Uni keiner beigebracht. Natürlich hat der Film übertrieben, aber ich habe etwas daraus mitgenommen.

Und bin froh, dass ich mittlerweile in einer Firma gelandet bin, wo genau der Respekt untereinander nicht nur auf Plakaten steht sondern auch wirklich gelebt wird. Natürlich gibt es auch da Extremsituationen, in denen einer mal ausrutscht. Aber das wird dann auch konsequent direkt wieder geradegerückt. GERADE, wenn eine Eskalation vor Publikum stattfindet. Und von oben nach unten ist man sehr besonnen, Arbeitskräfte sind know-how-Träger und nicht nur Kostenfaktoren. Es geht. Echt.

Ich wünsche mit oder trotz diesen Beitrags eine schöne Vorweihnachtswoche. Respekt ist sooo wichtig. Nicht nur vor Weihnachten.

Donnerstag – jedem seine Insel

Gestern war ein stressiger Tag – für den externen Teilprojektleiter. Merkwürdig, obwohl er uns nach Weihnachten verlässt ( so nach 3 Jahren Projektlaufzeit kann man sich ja mal so langsam von externen Beratern trennen ) tatsächlich verlässt, zeigt er nochmal zum Schluss „vollen Einsatz“. Was ich jetzt noch nicht einmal ironisch meine. Er versucht noch mit viel Energie einige Themen fertigzubringen oder noch anzuschieben. Es geht eben auch darum, dass Themen nicht liegengelassen werden, weil sich keiner mehr richtig drum kümmert. Wobei Dringlichkeit und Wichtigkeit recht subjektiv gesehen werden können. Es gibt wahrscheinlich in jeder Abteilung in jeder Firma dieser Welt „OP-Listen“, in denen sich Wünsche und Anforderungen oder Mißstände über Monate immer weiter schieben. Also eigentlich wollte er nochmal an den bekannten Punkten weiter „rumkoordinieren“. Aber es kam anders.

Gestern – ich bekam es erst gegen Mittag mit – kamen scheinbar die ersten Auswirkungen vom Weihnachtsgeschäft in der IT an. Das Bestellvolumen ist höher als sonst, also steigen auch die Verarbeitungszeiten der Programme an. Und die „Performance“ der auf den Servern laufenden Automatikprogramme ist ja gerade ein Augapfel von Kollege Teilprojektleiter. Er ist schon vor Monaten durch das Büro getanzt und hat gepredigt, dass das System auch bei höherer Last nicht in die Knie gehen darf. Es gibt ja ein eigenes kleines Team, welches sich mit der Größe, Verfügbarkeit und Auslastung der „Ressourcen“ beschäftigt. Programme brauchen Speicherplatz, noch mehr Programme brauchen noch mehr Speicherplatz und die bei uns laufenden zahllosen datenändernden Programme im System über die Server brauchen eben unheimlich viel Speicherplatz. Und zwar auf allen Servern/Systemen. Das Team, welches die Server direkt betreut winkt auch immer bei Bedenken erst mal ab – schließlich sind die Server schon größer ausgelegt als bei vergleichbaren Schwesterunternehmen. Wobei „vergleichbar“ immer gefährlich ist – in der ‚Komplexität‘ von heutigen IT-Landschaften ist selten überhaupt irgendwas vergleichbar. Das ist so wie wenn man einen BMW und einen Mercedes mit – sagen wir mal 200 PS Leistung – vergleicht. Beides sind Autos, beide fahren und die Motoren haben nach irgendwelchen Regeln gemessen die gleiche Leistung. Und trotzdem kommt es drauf an, ob es Benziner oder Diesel, Automatik- oder Schaltgetriebe usw. usf. sind.

Naja, jedenfalls – zumindest erst mal die erste Vermutung – hat die größere Zahl an Vorweihnachtsbestellungen dazu geführt, dass die Berechnung der Lieferungen für den Versand länger als sonst dauerte. Erheblich länger. Statt ner halben Stunde bis zu zwei Stunden. Dadurch verschiebt sich aber die ganze Abwicklung in den Lägern. Und das ist RICHTIG übel. Da stehen schließlich Menschen dahinter, die in Schichten arbeiten. Und LKWs, die rechtzeitig bei Kunden sein wollen. Das muss ja alles irgendwie passen. Und wenn es „von vorne“ = bei der Berechnung von Lieferungen nicht passt wird es hinten raus eng. Da nun fast stündlich über den Tag solche Lieferungsberechnungen laufen gibt es bei Problemen stündlich Spannung. Man macht und tut, beobachtet, fabuliert, diskutiert und probiert, recherchiert und simuliert um dann mit Ablauf der folgenden Stunde gebannt dem Server beim Rechnen zuzugucken. Haben die geänderten Parameter die erwünschte Wirkung ? Der erste Programmlauf läuft an… 100 Sekunden, 200 Sekunden.. soweit so normal.. 300, 400, 500, 600 – ab dann weiß man so langsam, dass es ungewöhnlich lange läuft. 700 Sekunden. 800. 900. So langsam steigt Panik auf. Abbrechen ? Weiterlaufen lassen ? Wenn möglich macht man Datenbankabfragen um rauszubekommen, wie viele Daten noch verarbeitet werden müssen. Blöd nur, wenn die Daten erst nach Ende der ganzen Berechnungen auf der Datenbank weggeschrieben werden. 1000 Sekunden. Jetzt wird es definitiv langsam kritisch. Und das ist erst das erste von mehreren Programmen. 1100. 1200. Die Angst steigt. Schafft der Server es überhaupt oder hat sich das Programm aufgehängt ? Bei etwas über 1800 Sekunden ist das erste Programm endlich fertig. Spätestens jetzt ist es gewiss: die Performance ist viiieeel zu schlecht. Es wird nach weiteren Maßnahmen gesucht. Projektleitung und IT-Leitung kommen vorbei. Es wird angespannt diskutiert.

Ich sitze die ganze Zeit daneben, kann aber nichts tun, weil ich mich mit den Betroffenen Programmen/Prozessen nicht auskenne. Der Teamleiter des Serverteams ist schon etwas länger da. Was kann man tun? wird ständig gefragt. Man beobachtet weiter die Zeitdauer der weiteren Programme. Zeit für eine „Eskalation“. Mit dem Dienstleister wurde morgens schon telefoniert. Jetzt wird ein Prio-hoch-Fall beim softwarehersteller gemeldet. Der Versand bzw. die Läger wissen ja schon seit morgens, dass etwas nicht richtig läuft. Daher wird getan was möglich ist um das Problem zu beheben. Es wird nach Ursachen gesucht. Ein bisschen ist das wie bei Apollo 13, als die Triebwerke ausgefallen sind. Am Boden wurde fieberhaft nach Lösungen gesucht – je weiter die Umlaufbahn verlassen wurde, desto kritischer wurde die Situation der Rückkehr für die Astronauten. Und dazwischen der Teilprojektleiter, der langsam richtig schwitzt.

Um es abzukürzen: die Lösung für die Langsamkeit der Programme wurde im Lauf des Tages gefunden. Ein anderes großes Programm hat wohl dafür gesorgt, dass eine „Schnittstelle“ zwischen zwei Servern bzw. Systemen nicht mehr richtig funktioniert.

Ich sitze auf meiner Insel. Mit meinen Aufgaben und meinen Problemen. Und kucke rüber zur anderen Insel, wo grade der Sturm tobt. Aber rüberschwimmen bringt auch nichts, ich kann den Sturm nicht beschwichtigen.

Der Teilprojektleiter ist noch bis spät abends im Büro. Ich glaube er ist jetzt doch froh, dass er im neuen Jahr woanders ist. So eine Situation macht keiner gerne mit. Mein Mitleid hält sich etwas in Grenzen, nachdem der Mann in den letzten Tagen sehr nervig war. Das ist gemein, aber ich wurde ja noch nicht mal wegen Hilfe gefragt.

Auf anderen Inseln gibt es auch immer Probleme. Und die Größe der Inseln ist Definitionssache – der eigene Arbeitsplatz, das Team, das Projekt, die Abteilung. Je nachdem, wie man das sehen möchte.

Nächste Woche habe ich übrigens Urlaub. Gott sei Dank. Das Problem mit der Performance ist zwar behoben, aber jetzt muss jeden Tag in den kommenden Tagen und am Wochenende intensiv kontrolliert werden, was die Programme auf den Servern so machen. wobei es jetzt ja keine Probleme mehr gibt, nachdem das andere große Programm gestoppt wurde und einiges an der Schnittstelle zurückgefahren und sozusagen rebootet wurde. Es ist aber trotzdem alles sehr komplex. Ich freu mich schon aufs Wochenende……

Dienstag – eine kurze Geschichte

Guten Morgen, gerade habe ich nicht viel Zeit zum schreiben, also wirds eine kurze Geschichte. Ist für nen Blog eh besser – wer lange Texte lesen möchte nimmt sich ein Buch.

Muss gleich los, hab mittlerweile ne Fahrgemeinschaft mit nem Kollegen, der ist eher vom Typ Lärche ( Moment, war das jetzt die mit ä oder mit e – oder haben der Baum und der Vogel den gleichen Vokal ? Egal, keine Zeit zum googelt, schreiben ist angesagt ). Und dann wird der Tag heute noch lang – um 7 heute Abend hat ne externe Kollegin, die jetzt 3 Jahre da war zu ner kleinen Abschiedsfeier eingeladen. Werde also erst um 10 zu Hause sein…

Gestern durfte ich übrigens mal wieder erleben, was es heißt, in einem großen Unternehmen zu arbeiten. Regularien sag ich nur. Im System – im „produktiven“ wie das der Fachmann nennt, also nicht in ner Testumgebung sondern im echten, in dem gearbeitet wird – braucht es einige Einstellungen von Parametern. Die kann man da nicht einfach so machen, dafür gibt es Regeln. Die besagen, Änderungen werden nur an einem bestimmten Tag in der Woche regulär gemacht = eingespielt. Sowohl an Programmen = Quellcode als auch an steuernden Parametern. Das ganze – also Änderungen an Programmen oder Parametern – sollte vorher auch mal ausgiebig getestet worden sein = in einem Testsystem ausprobiert worden sein. Damit will man sich vor Problemen durch Fehler schützen. Kann ja mal vorkommen, dass ein Programmierer nen Fehler einbaut, der nicht direkt vom Syntaxcheck erkannt wird. Die Möglichkeiten dazu sind übrigens nahezu unendlich. Oder dass Parameter eingestellt werden, die statt des erwünschten Effekts was ganz anderes bewirken. Jedenfalls ist Testen wichtig.

Und dann muss die Änderung in einem „Gremium“ angemeldet werden. Bzw. dort genehmigt werden. Das ist sozusagen noch mal ein Sicherheitscheck, damit nicht konkurrierende Einstellungen gleichzeitig ins produktive System kommen. Oder anders gesagt, damit man sich nochmal Gedanken über Risiko und Auswirkung von Änderungen machen kann. Letztendlich hatte ich „vergessen“, Parameteränderungen, die von Kollegen gebraucht werden rechtzeitig anzumelden. Und prompt wurde auch auf Nachfrage abgelehnt, diese einzuspielen. Fühlt sich an wie auf ner Behörde. Hat alles seinen Sinn und Zweck, fühlt sich aber doof an.

So, das wars schon, muss los….