Gesundheit!

Gesundheit ist auf der Arbeit selten ein Thema. Für mich aktuell schon. Ich war letzte Woche in der Röhre. Arythmie mit Vorhofflimmern. Kam beim Sport abends vor 2 Wochen. Daher letzte Woche Kardiologie. Sie haben aber nix gefunden. Immerhin. Vielleicht komme ich langsam in das Alter, in dem man aktiv auf seine Gesundheit achten muss. Bisher war „gesund sein“ für mich ja selbstverständlich. Ist es aber nicht.

Auf der Arbeit läuft es. Aber nicht wirklich rund. Der Fachbereich unterstellt ständig, dass das Warenwirtschaftssystem nicht sauber funktioniert. Es ist aufgrund der Unmenge an Daten schwer, wirklich schwer, passende Analysen zu fahren. Wenn man in Tabellen mit zig Millionen Einträgen rumsucht dauert es eben schon mal etwas länger. Und dazu kommt, dass oft die genaue Funktionsweise von Programmen als Black box daherkommt. Die Programme sind einfach oft so mächtig, dass man lange braucht, um deren Funktionsweise in Fall x oder y rauszukitzeln. Und fragt jetzt nicht nach irgendwelchen Dokus oder Anleitungen. Natürlich gibt es sowas, aber da es in einem Riesen-EDV-Warenwirtschaftssystem auch unüberschaubar viele Parameter gibt mit denen man den Programmablauf beeinflussen kann ist das Wissen über die Funktion der Programme „stetig unsicher“. Das ist so, als würde man von einem Arzt verlangen, dass er auf Zellebene seine Diagnosen stellen kann.

Nach einigen Monaten kennt man viele Programme, aber es gibt eben noch viel viel mehr. Und Kombinationen von Geschäftsfällen, die theoretisch kombinatorisch unzählige Varianten bilden können. Wird das Verpackungsmaterial bewertet oder umbewertet geführt ? Und wieviele Verpackungen sind denn zu unterscheiden ? Und wie hält man unterschiedliche Systeme bzgl der Stammdaten synchron ?

Das hört sich vielleicht recht negativ an, aber so ist die Realität. Nicht die Werbung.

Aber es gibt auch positives. Nur wird das Positive zu oft von Problemen überlagert.

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Schnittstellen

Dieses Wort aus der Überschrift ist mir nach langen Jahren im Job eigentlich schon so selbstverständlich dass es komisch ist, dass man NICHT weiß, was damit gemeint ist. Für alle ‚von der anderen Seite‘: mit Schnittstelle meine ich die Verbindung zwischen zwei Systemen. Vergleichbar mit einem Stecker. Nur dass da über den Stecker kein Strom fließt sondern Daten.

Es gibt in unserer Firma zahllose EDV-Systeme und damit noch mehr von diesen „Schnittstellen“. In der Regel gibt es bei Fragen zur Schnittstelle immer schwarze Löcher bei der Zuständigkeit. Irgendeine externe Beratungskraft hat sie „gebaut“. Und danach geht die Beratungskraft irgendwann. Und selbst wenn die Schnittstelle „gut dokumentiert“ ist, bedeuten Fragen über den Datenfluss – oder eben dem Stocken des Datenflusses – Stress für alle Beteiligten. Zum einen ist eine Schnittstelle sowas wie eine doppelte Übersetzung von Daten. Zum anderen ist es bei Problemen immer Absichtssache – ob das sendende System die Daten eben anders senden müsste ( Format, Inhalt ) oder ob das empfangende System eine Anpassung der gesendeten Daten benötigt.

Und dann gibt es zusätzlich oder alternativ zu Datenschnittstellen noch Prozess-schnittstellen – da wo die Zuständigkeit von Kollege A aufhört und die von Kollege B anfängt.

Glücklich seid ihr, liebe Leser, wenn ihr entweder gar nichts von Schnittstellen und damit einhergehenden Problemen wisst oder einfach funktionierende Schnittstellen dazu führen, dass sie euch gar nicht bewusst sind. Sie laufen selbstverständlich und korrekt und sind nicht zu spüren. So wie der eigene Herzschlag. Normalerweise vergeht der Tag und wir müssen keine Sekunde an unseren Herzschlag oder die Arbeit des Herzens denken. Es tut einfach seine Arbeit und alles ist gut.

Demnächst wird in unsrer Firma eine große und mächtige Schnittstelle zwischen dem Warenwirtschaftssystem und angeschlossenen Lagerverwaltungssystemen umgestellt. An einem der besagten Wochenenden ( es geht in mehreren Schritten über mehrere Wochen ) werde ich Rufbereitschaft haben. Das wird bestimmt unruhig.

Eigentlich werden ja nicht die Schnittstellen sondern die verarbeitenden Programme in den Lagerverwaltungssystemen umgestellt. Aber wenn dort etwas nicht richtig funktioniert ist natürlich möglich zu sagen „das dorthin sendende System muss die Daten halt anders schicken“. Das ist dann Kräftemessen. Wer gibt zuerst nach und ändert: der Sender oder der Empfänger ?

Selbst wenn Sender und Empfänger beste Kumpels sind, es muss bei Korrekturen eine Entscheidung getroffen werden. Das kann sehr kollegial vor sich gehen. Oder sehr organisatorisch formell. Liebe Berufsanfänger: sollte jemand mit dem Thema „Verantwortlichkeit für Schnittstellen“ an euch herantreten, ergreift die Flucht. Sofern möglich. Ihr seid dann nämlich immer stille Post. Oder Schiedsrichter. Mit solch einem Thema kann man nur verlieren.

Liebe Chefs, Businessverantwortliche und sonstigen Andersgläubigen: bitte respektiert meine Meinung. Sie ist als solche subjektiv, von persönlicher Erfahrung geprägt und bestimmt fehleranfällig. Aber macht ein kleines Kreuzzeichen, wenn ihr mir heimlich doch zustimmt. Nicht weil es mir um das Kreuzzeichen als solches – zB wg der religiösen Ausrichtung ginge ( oder macht eben sonstige Bewegungen, je nach Religion ). Es geht mir nur um Zustimmung. Dadurch werde ich auch nicht zum Weltherrscher, dazu müssten viele Leute ganz oft das tun, was ich möchte. Ein kleiner Moment der Zustimmung an dieser Stelle ist alles, was ich hier möchte…

Für alle Mitleidenden: bleibt tapfer!

Banalitäten

Was macht eigentlich das Selbstverständnis von Mitmenschen aus ? Das klingt nach einer seltsam theoretischen Frage und hat auch nur bedingt was mit meiner Arbeit zu tun. Aber ich schreibe immer weniger hier über meine Arbeit, weil es mir ja weniger um die Arbeit als solche als um das Drumherum geht. Und es ist schwierig, ein verständliches Bild mit nicht zu viel Geschreibsel zu zeichnen.

Ich weiß gar nicht mal, welches konkrete Ereignis hier die Überlegung nach dem Selbstverständnis angestoßen hat. Eigentlich geht es um die Erkenntnis, das Kommunikation oft ein schwieriges Unterfangen ist. Oft glaube ich verstanden zu haben, was Kollegen oder Chefs meinen. Nur um dann später beim „Umsetzen“ von Wünschen vor konkreten Problemen zu stehen. Das an sich ist jetzt ja kein Kommunikationsproblem, aber da geht ‚mein‘ Kommunikationsproblem dann los. Was ist besser, wenn man vor einem Hindernis steht – einen Weg drumherum suchen oder melden, dass man vor einem Hindernis steht ?

Das mit dem Weg drumherum heißt meistens lange, lange Recherche ohne Aussicht auf Erfolg. Wie funktionieren komplex zusammenspielende Programme ? Meistens ist der Quellcode so groß, dass eine detaillierte Analyse nicht um Ziel führt. Stellt euch einfach als Vergleich vor, ihr steht grade in der Küche und wollt Fisch braten. Wie lange und mit der Hautseite nach oben oder unten ? Ihr habt zwei Optionen: entweder ihr sagt eurem Chef oder Kollegen, dass ihr nicht wisst, wie das mit dem Fischbraten geht. Oder ihr lauft mal eben schnell in die Bibliothek und sucht unter den tausenden Büchern die Kochbücher, welche in einem der enthaltenen Rezepte eventuell die Antwort auf eure Frage beinhalten. Ich suche lieber nach dem richtigen Kochbuch weil das Weitergeben der Fragestellung über den Chef an andere auch selten zu einer schnellen Lösung führt. Meistens wird man ja von den Mitarbeitern des Dienstleisters irgendwie „abgewimmelt“ – was nicht böse gemeint ist, aber Rückfragen oder „bitte stellen Sie genau das Fehlerbeispiel im ( dazu nicht wirklich geeigneten ) Testsystem nach“ sind sehr sehr unbefriedigend. Wer mit IT-Hotlines oder Ticketsystemen arbeitet weiß vielleicht, wovon ich rede.

Aber das ist ja schon wieder der Fokus auf der Arbeit. Es ist einfach erstaunlich, dass andere Menschen so komplett anders denken. Und dies als selbstverständlich ansehen. Weil sie andere Erfahrungen und Bezugspunkte haben. Ein etwas hölzernes Beispiel dazu finde ich hier in den Blogs – da wird in politisch ambitionierten Blogs oft auf die aktuell tätigen Politiker geschimpft. Oder noch besser auf die Flüchtlinge. Und unsere Presse kaschiert angeblich die ganzen Vorfälle mit Ausländern, da es nicht gewollt ist, dass die Stimmung sich zu sehr gegen Flüchtlinge richtet. Was haben solche Menschen, die so gezielt Emotionen gegen Flüchtlinge schüren nur für einen Erfahrungshorizont ? Sowohl in der deutschen als auch in der Flüchtlingsbevölkerung gibt es schwarze Schafe. Aber es wird so dargestellt, als wäre eine Kultur der Nächstenhilfe dumm und die angebotene Hilfe eine Einladung zur Ausnutzung von Sozialsystemen. Ja, es gibt allein mathematisch gesehen nach der gausschen Normalverteilung in jeder Menschenmenge immer negative Subjekte. Aber unterstelle ich erst mal allen Fremden, dass sie potenzielle Betrüger sind oder umgekehrt dass sie hilflose Opfer sind ? Ich vermute, die eigene Meinung wird dazu von den Erfahrungen geprägt. Natürlich, wovon auch sonst ?

Das mag ja alles normal sein und keine besondere Erkenntnis, aber ich empfinde die Intoleranz von anderen Menschen erschreckend. Ist die einmal gebildete Meinung nicht mehr revidierbar ? Im persönlichen oder im beruflichen Umfeld, ist eine einmal gefasste Meinung nicht änderbar ? Im beruflichen Umfeld gibt es ja jeden Tag den Kampf ums kleine und große Rechthaben. Wer kann Vorhersagen, wie sich Programme in bestimmten Situationen verhalten ? Klar, man könnte es einfach ausprobieren und die Programme zu Testzwecken laufen lassen, was aber oft an verfügbarer Zeit oder zum Test passenden Datenkonstellationen scheitert. Die richtig guten Kollegen wissen, wie die Programme reagieren werden. Und müssen es nicht erst ausprobieren. Oder nachlesen ( wobei es meistens nichts zum nachlesen gibt ). Gute Leute kann man fragen, die wissen einfach direkt, wie man Programm xy bedienen muss oder warum Programm ab plötzlich das tut, was es tut.

Aber erschreckend ist trotzdem, wie lange es manchmal dauert, bis „Wissen“ sich über Kommunikation von Person A nach Person B transferieren lässt. Dazu werden z.B. lange Mails geschrieben aber nur überflogen. Und mein eigenes Unglauben z geschilderten Phänomenen zeigt mir selbst, dass guter Wille allein nicht ausreicht, um andere, deren Sichtweise oder Probleme zu verstehen. Meistens lasse ich mir übrigens bei Fehlern zeigen, wie der andere zu der Fehlerstelle eigentlich kommt. Weil es entweder kein Fehler sondern ein logisches Verhalten eines Programms ist. Oder ich den Fehler eben einfach nicht verstehe. Weil ich den Kontext nicht nachvollziehen kann ( was wurde gemacht, um den Fehler zu erzeugen ).

Oder werde ich einfach älter und bin im Kopf nicht mehr so flexibel „wie früher“ ?

Das Leben ( in der IT ) ist komplex…

und voller Potenzial für Missverständnisse. Aber was ist eigentlich so schwierig am Umgang mit Nullen und Einsen ? Klingt doch eigentlich unglaublich einfach. Und logisch müssen die Programme und Funktionen auch noch sein. Geht’s denn noch simpler ?

Und trotzdem gibt es so gefühlt unendlich viele Situationen und Projekte, in denen aneinander vorbeigeredet wird, falsche und teure Entscheidungen getroffen werden und Dinge aus der Rückschau heraus ganz ungeheuer dumm falsch laufen.

Warum ist das denn so ? Warum sind so viele Menschen im Umgang mit Programmen so dumm ?

Naja, eigentlich will das kaum einer wissen. Komisch. Sportler werden nach dem Spiel oder dem Rennen ausführlich interviewt. Schon mal einer am Fernsehen ein Interview mit einem IT-Mitarbeiter nach einem gerade abgeschlossenen Projekt gesehen ? Ich nicht, aber vielleicht kucke ich ja auch nur die falschen Sender…

Sogar für Politik gibt’s eigene Sender. Für IT ? Fehlanzeige. Im weiteren Sinne könnte man einige Shopping-Sender mit Handys oder Laptops im Angebot als erweiterte IT-Bildung ansehen…

Naja, aber zurück zum Thema.

Gerade heute erlebt ( und deswegen schreibe ich darüber ). Es sollen in einem Planungstool Daten hervorgehoben eingefärbt dargestellt werden. Die notwendige Funktion in den Programmen dazu soll es geben, das funktioniert angeblich in einer Schwesterfirma schon. Muss bei uns also nur kurz getestet werden, ob es die Funktion in unsrer Systemumgebung auch tut. Natürlich tut sie es nicht. Ich bin kein Pessimist, aber der erste Test mit „vom Hörensagen laufenden Funktionen“ geht nahezu sicher vorhersagbar schief.

Naja, kein Problem – es gibt ja einen Senior-Software-Entwickler, der das ganze entworfen und vielleicht auch selbst programmiert hat. Den schreibe ich auch an und beschreibe den Programmabbruch. Er antwortet auch recht zeitnah zwei Tage später. In der Antwort schreibt er, dass der Abbruch daher komme, dass in einer Steuertabelle ein Parameter eingetragen werden muss, damit der automatische Aufruf einer Funktion in einem anderen System funktionieren kann. Und damit gehen die Probleme eigentlich los.

Der Entwickler schreibt, der Parameter muss in „unserem SCM-System“ eingestellt werden. Ich frage ihn später am Telefon, ob er damit das System xy meint. ( wir haben nämlich mindestens 2 Systeme, die SCM-Systeme sind – was auch immer das jetzt genau ist, tut hier aber auch grade nix zur Sache ). Das weiß er nicht, welche Nummer das System in unserem Systemverbund hat. Als Parameter in dem SCM-System soll übrigens das Systemkürzel für unser „EM-System“ eingetragen werden. Ok… welches ist denn nun unser „EM-System“ ? Ich habe eine Vermutung und äußere dessen Systemnummer zwecks Rückversicherung am Telefon. Aber wieder kann der Senior-Entwickler nix sagen. Er kennt eben den aktuellen Stand unserer Systemlandschaft nicht. Ja und der Parameter ist übrigens genauso ausgeprägt wie in unserem System zz. Welches es aber mittlerweile gar nicht mehr gibt ( es war einmal ein Testsystem)…

Fazit: ich soll einen Parameter, von dem ich nicht genau weiß, wie er ausgeprägt sein soll in einer Tabelle in einem System, von dem ich nicht weiß welches es ist, eintragen.

Nun bin ich ja Kummer gewohnt und fange an rumzuprobieren – ich habe eine Idee, welches System mit welchem „sprechen“ muss, damit die Daten richtig ausgetauscht werden. Also stelle ich im vermuteten System den Parameter mit dem vermutlich benötigten Wert in die vorgesehene Tabelle ein. Resultat: das Programm bricht nicht mehr wie ursprünglich ab. Aber es kommt auch nicht zum Ende. Bzw. hört irgendwann mit einer Fehlermeldung auf zu laufen.

Das ganze beschreibe ich in einer Mail, die ich mit Bitte um Erhellung an besagten Senior-Entwickler schicke.

Und was sagt uns das jetzt ? Zwei Dinge: zum einen, dass „IT-Leute“ sich oft untereinander nicht verstehen. Weil der eine wie beim Gebrauch einer fremden Sprache gar nicht weiß, wovon der andere redet. Tatsächlich vergleichbar wie wenn ich mich mit einem anglophoben Franzosen auf Englisch unterhalten soll. Wir verstehen uns, weil jeder einigermaßen gut oder schlecht Englisch kann ( sogar Franzosen können das, wenn Sie wollen ). Zum anderen auch wieder nicht, weil wir Wörter benutzen, die der jeweils andere nicht kennt. Im Gesprächsfluss mutmaßt man zwar, man verstünde was der andere meine, aber das ist Einbildung. Ja, und die zweite Sache ? IT ist eine Detail-Wissenschaft. Damit eine Funktion/ein Programm das tut was es soll, muss es exakt richtig eingestellt sein. Nicht nur so ungefähr sondern genau richtig. Wenn in ein Feld nur Zahlen reinsollen, dann kann ich da keine Buchstaben reinschreiben. Und wenn der Parameter in einer Tabelle im System IGF eingetragen werden soll, dann bringt das nichts, den Parameter in der Tabelle im System IJF einzutragen.

Das klingt alles so einleuchtend. Aber meistens ist die Rückschau auf Fehler so wie der Blick zurück auf ein Labyrinth, welches man gerade erfolgreich durchquert hat – von hinten betrachtet ist der Weg klar erkennbar. Wenn man aber am Eingang des Labyrinths bzw. neu vor einem Problem/einer Aufgabe steht, dann sieht man halt gerade nicht, welche Abzweigungen zum korrekten Lösungsweg gehören und welche in eine Sackgasse führen.

Es klingt ja gebetsmühlenartig klug daher geredet: in der IT ist Kommunikation wichtig. Zumindest unabdingbar, wenn mehrere Leute das gleiche System betreuen. ( ein Netzwerk kann z.B, auch ein System sein, es muss nicht immer der Zentralrechner einer Firma sein ). So wie beim Sprachenlernen ist sprechen das wichtige, nicht nur das Auswendiglernen von Vokabeln. Weil es wie bei einer Fremdsprache auch bei IT-Begriffen darum geht, den Inhalt bzw Gehalt von Begriffen zu verstehen. Meistens glaube ich zb recht schnell ein Problem und dessen Ursache verstanden zu haben. Habe ich auch. Aber es gibt dann doch Aspekte/Querverbindungen, welche ich da noch nicht sehe. Letzte Woche zb hatte ich angefordert, dass zur Behebung eines Fehlers bei einer Standort-eigenen Kundennummer die Abladestelle „richtig“ zugeordnet wird. Nach der Änderung der Zuordnung ging zwar die Auftragserfassung, aber dafür hat die Umlagerung von Wäre von bzw zu diesem Standort, welcher durch die Kundennummer abgebildet war, nicht mehr funktioniert. Ich hatte diese Querverbindung einfach übersehen. Die Daten im System gesehen, aber nicht passend interpretiert.

Und für alle, die Fragen, warum manche IT-fuzzis so viel Kohle verdienen: weil die eben ein breites und bewusstes/aktives Wissen über die Querverbindungen haben. Sowas muss man dann allerdings noch gut verkaufen können. Ich bin bei beidem leider mässig erfolgreich, aber es kann ja nicht jeder ein smarter, gut aussehender, erfolgreicher und wohlhabender Typ sein. Ich bin einfach nur nett und hilfsbereit … 😉

Eindrücke des Tages

„Eindrücke“ heisst ja auch ein bischen, dass etwas eingedrückt wird. Seine Form etwas verändert. Passt.

Der heutige „Eindruck“ kommt von einer Kollegin, die als externe „Heldin“ bei uns ist. Stets ist für Sie die Arbeit überflüssige Last. Was Sie mit gelegentlichen, sehr negativ wertenden Kommentaren zum Ausdruck bringt. Ich bin gegen Stimmungsmache ja leider nicht immun ( wobei leider sich auf negative Stimmung bezieht – ich lasse mich auch leicht begeistern .. ). Aber habt ihr auch so jemanden im Kollegenkreis, bei dem man sich fragt, warum ( außer vielleicht für die Kohle am Monatsende ) der/diejenige eigentlich zur Arbeit kommt ?

Es müssen ja nicht gleich begeisterte Technikfreaks sein, mit denen ich gerne zusammenarbeite. Im Gegenteil, das würde ich auch nur schlecht auf Dauer aushalten ( so einen in abgemilderter Form gibt’s hier auch, der erzählt immer was von Prozessoren mit mehr Leistung oder besseren Programmen, das kann schon echt anstrengend sein … ). Aber die Kakaphonie, dass „alles schlecht organisiert ist“ und vieles so wie umgesetzt keinen Sinn macht – das geht mir dann schon auf die Nerven. Meistens nicke ich und sage nichts dazu – eigentlich möchte ich jedesmal, zumindest nach kurzer Zeit ausrufen: „ja dann mach es doch besser und hör auf zu jammern!“. Ein bischen Meckern gehört ja unter operativen Kräften einfach dazu, aber Immer nur Meckern ist dann doch irgendwann zu viel. Ich beschwere mich ja auch, kommt in der Regel darauf an, wer und ob mir einer zuhört. Aber meistens haben gefühlte Misstände ja auch einen ‚guten‘ Grund und sind nicht nur der Unfähigkeit von Menschen in Aufgaben geschuldet. Daher Meckern diejenigen ( zumindest theoretisch ) am meisten, die am wenigsten wissen. ( deswegen regen mich auch die ganzen Blogs auf, die provokativ plakativ auf die aktuellen Politiker schimpfen – „Merkel ist unfähig“ scheint ja ein Quoten- bzw. Followerbringer zu sein. Politik ist ja die Wissenschaft der Kompromisse, nur wenn die Entscheidungsgrundlagen nicht bekannt sind kann man jede Entscheidung als falsch kritisieren ).

Und dann gibt es noch die Chefs in unserem „Laden“ und allen „Läden“ dieser Erde – ich verstehe so ein bischen, dass die sich am liebsten mit positiven Dingen beschäftigen. Das kommt nach außen wahrscheinlich irgendwie künstlich auf Effizienz oder Positivismus getrimmt rüber. Aber stellt euch mal vor, ihr seid Chef von nem großen Laden und den ganzen Tag bekommt ihr Meldungen/Nachrichten/Beschwerden von/über Dinge, die schlecht/nicht richtig laufen. Mit der Message „du bist der Chef, TU WAS DAGEGEN“. Ich würde ausflippen!

Das hört sich jetzt bestimmt wie Schleimerei an, die Rolle eines Chefs wird ja auch von jeder Person anders ausgefüllt, ich hab genug Negativbeispiele ( aus meiner Sicht ) kennengelernt. Aber manchmal verstehe ich eben Kolleginnen/en nicht, die den Kontakt zum Chef fast ausschließlich nutzen, um Missstände anzuprangern. Und da hinterher noch stolz drauf sind, „endlich hat es mal einer zur Sprache gebracht“. Und dann wird sich gewundert, dass der Chef doch nicht wie erwartet korrigierend eingreift. ( „.. hab ich doch schon vor Wochen/Monaten darauf hingewiesen… „).

Optimierungspotenzial gibt es immer und überall. Geht vernünftig damit um. Und motzt nicht die ganze Zeit rum – das sagt manchmal mehr über euch als über das empfundene Problem aus. Aber meckert, wenn es wirklich kritisch ist. Es ist eben eine menschliche Gratwanderung. Ich kann geschwollen daherschreiben, hab aber auch nicht für alles ne Lösung. Weil es meist auch nicht so einfach mit ner Lösung ist. Und was der eine vielleicht in der Firma als notwendigen Know-How-Transfer oder schlicht als normal notwendigen sozialen Umgang empfindet ist für den anderen Rumgelaber.

So, ich setz mich jetzt mal wieder an meinen Rechner und kümmere mich um Tickets und kleine Gefälligkeiten, die ich unvorsichtigerweise zugesagt habe ….

Experte sein…

So, zurück von einer Woche Schulung. Zurück im „Tagesgeschäft“. Zusagen, Versprechungen und gute Vorsätze. Und alte Probleme. Wobei „alt“ von wenigen Tagen bis einige Monate reichen kann.

Das Problem des Tages: ein Kunde wurde mehrere Tage in eine falsche Abrechnungsklasse eingeteilt. Und die falsch abgerechneten Beträge ( die Differenz wird nicht sehr groß sein ) müssen gutgeschrieben werden. Und ich darf die Beträge ermitteln. Schließlich können das nur eine Kollegin und ich. Und die Kollegin ist eher vom Schlag „abwehren, was sich umgehen lässt“. Aber sie hat mir beim Analysieren weit zugearbeitet. Das ist gut, sie will mir ja schließlich helfen. Aber das „Datenmodell“ der Preiszuordnungen ist schwer zu verstehen. Einzelne Artikel für bestimmte Kundengruppen sind ab und zu rabattiert. Und da der Kunde falsch eingeteilt war, ist jetzt die Frage, in welcher Kundengruppe „damals“ die Preise galten, welche er hätte auch bekommen müssen. Damit lässt es sich herausbekommen.

Nun denkt der Leser hier wahrscheinlich an eine Preisliste. Aber es ist komplizierter. Der Kunde ist in einer Kundengruppe, welche sog. Aktionsnummern zugeordnet ist. Eine Aktion gilt für einen bestimmten Zeitraum – für den Kunden und davon abweichend aber überschneidend auch für dessen Kunden. Und da geht es beim Lesen von Preistabellen dann los: was ist mit „Verkaufsdatum“ gemeint ? Das Datum zu dem dem Kunden Wäre verkauft wird oder das Datum, zu dem er an seine Kunden weiterverkaufen kann. Und dann gibt es Einkaufsdatümer – sind das jetzt die Daten des Wareneinkaufs beim Lieferanten oder die Einkaufsdaten des Kunden „bei uns“ ? Und was ist dann wieder mit „Auftragsdatum“ genau gemeint – das Datum, zu dem bestellt und in der Regel der Auftrag erfasst wird ?

Da ich Experte bin, weiß ich das alles natürlich. Im Fernsehen läuft ein Bericht über Nordkorea. DIE haben Probleme, dagegen sind meine ein kleines Mückenhäufchen. Aber Nordkorea ist weit weg und der Kunde bzw. die Firma nicht.

Eine andere externe Kollegin bereitet gerade neue Funktionen zur automatischen Warenverteilung vor, ich soll/darf das Thema später ( übernächste Woche ) übernehmen.

Eigentlich wollte ich was von der Schulung wiederholen, damit ich nicht alles direkt wieder vergesse. Der Kollege, mit dem ich da war tut das. Ich eher nicht, zu viel zu tun.

Daher lasse ich es auch hier mit dem Schreiben. Habe diese Woche auch Bereitschaft und letzte Nacht würde ich rausgeklingelt. Bin müde. Hoffe, ich darf heute durchschlafen….

Filosofie

So, heute mal was, um die wenigen Leser meines Blogs mal etwas weiter zu dezimieren ( in den letzten Tagen werden es immer weniger, ich hab ja auch schon Vermutungen, warum .. ), hier ein Ausschnitt aus Gedanken, die mich so den Tag über heimsuchen.

Bin ja grade auf ner Schulung und muss mich den ganzen Tag über konzentrieren. Was nicht heißt, daß ich das auf der Arbeit so täglich nicht müsste – aber hier ist es anders. Zuhören und verstehen aktiviert halt mal doch andere Gehirnregionen als selber denken und recherchieren …

Naja, und dann gibt es da noch einen kleinen Mailverkehr hier vom bloggen her, welcher mich zeitgleich zum nachdenken bringt ( und micht auch auf die Idee gebracht hat, Tagesgedanken kurz zu notieren, vielleicht kann ich ja drüber schreiben – und muss nicht immer erst abends oder Tage später nachdenken, was ich denn schreibenswert finde. Dabei ist mein Kopf über den Tag verteilt voll von schreibenswerten Dingen, leider siebt mein Gedächntnis später dann immer gewaltig aus … )

Ich könnte jetzt übrigens was über die Schulung schreiben, aber das ist sehr fachspezifisch. Eher nachvollziehbar wäre da noch, daß die Kantine am Schulungsort gut ist – heute mittag hätte es z.B. wirklich gute Dinkelpfannkuchen mit Kohlrabi und Beilagen gegeben. Neben anderen Gerichten. Man läßt sich eben was einfallen, es soll ja schmecken aber auch möglichst nicht ins Suppenkoma führen.

Naja, jedenfalls benutzt mein Gehirn wohl grade Muskelstränge, die sonst selten zum Einsatz kommen. Und was um Gottes Willen geht mir denn jetzt so großartiges durch den Kopf ?

Naja ( nochmal naja, schlechter Schreibstil .. ) gestern abend und heute vormittag der Gedanke, was uns Menschen evolutionär zu Menschen macht. Ja natürlich, wir sind „intelligent“, haben den Daumen, laufen aufrecht…  Ich meine jetzt aber eher so hinter der Stirn. Da sitzt das Gehirn. Und was kann es ? -> Wahrgenommene Eindrücke in einen Sinnzusammenhang bringen. Klingt jetzt wahrscheinlich nicht so toll. Aber ich versuch mal rüberzubringen, was ICH jetzt damit sagen will.

Wir nehmen die Umwelt um uns rum ja wahr, zumindest einen Teil davon. Und etliche der Informationseinheiten kommen dann auch im Gehirn an und werden „verarbeitet“. So daß das wahrgenommene „Sinn“ ergibt. Es ist hell = es ist nicht mehr Nacht sondern Tag. Vor mir hält ein Schulungsdozent einen Vortrag = er spricht Worte, gibt Laute von sich, die einen Sinn ergeben. Bewegt sich, was den gesagten Inhalt begleitet ( sein Gesicht zum Beispiel bewegt sich ja auch – und Mimik ist auch ein Teil der menschlichen Kommunikation ).

Aber was eigentlich am meisten bemerkenswert ist: die Realität passiert ja nicht in einem Moment gleichzeitig, eine Stunde hat 3600 Sekunden und in jeder passiert etwas, was mein Oberstübchen wahrnimmt. Oder eben auch mal nicht ( heute nachmittag war ich total müde, schlafe im Hotel eben nicht gut ). Und das faszinierende: mein Gehirn merkt sich die ganzen Eindrücke und schafft einen (Sinn)Zusammenhang dazwischen. Permanent. Ständig. Eindrücke, die über kurze Zeiteinheiten andauern genauso wie welche über lange Zeiteinheiten. Nicht zwischen allen Eindrücken wird der Sinnzusammenhang erzeugt – laut Kombinatorik ist der rechnerisch dazu notwendige Informationsverarbeitungsapparat wahrscheinlich auch unendlich groß. Aber zwischen vielen. Geräusche und sonstige sensorische Empfindungen ergeben „Sinn“.

Das ist doch mal krass, oder ? Unser Kopf schafft es, Momenterlebnisse in einen Zusammenhang zu bringen. Und dann sind wir auch noch in der Lage, durch die Informationsverarbeitung „kreativ“ zu wirken.

Oder mal am Beispiel: wir bewegen uns ursprünglich gesehen in einer Landschaft, die SO aussieht:

pexels-photo-338936.jpeg Quelle: bietet wordpress so an. Angeblich frei. Kann mir das ein den Beitrag lesender Jurist bestätigen ?

und bringen nach endlosen Versuchen, Ideen und Interaktionen daraus oder darin SOWAS zustande:

pexels-photo-170811.jpegQuelle: wie oben, das Bild vom Wald.

Natürlich kommt einem bei so einer Gegenüberstellung direkt ( zumindest mir, aber ich schließe ja gerne von mich auf andere ) negatives in den Sinn, ein Auto verschmutzt die Umwelt, es erzeugt Abgase und Lärm etc. pp. Und der schöne Wald/die tolle Natur ist doch wunderschön, erholsam etc. Ja, aber aus nix bzw. dem was halt so rumliegt ein Automobil mit glatter Metalloberfläche, ner stabilen Glasscheibe und all seinen Funktionen herzustellen ist doch eigentlich enorm.

Übrigens: nein, ich habe keine Drogen genommen, solche Gedanken hüpfen mir schon in nüchternem Zustand durch den Kopf.

So, was mache ich nun mit meinem „filosofischen“ Gedankengut ?

Weiß nicht. Vielleicht kann man es ja einpacken und in schlechten Momenten des Lebens verwenden. „Auto“ ist ja nur ein Beispiel für geschaffene Dinge. Veränderte Materie. Computer mit Programmen, welche mehr schaffen, als Menschen möglich wäre ( sofern die Programme denn auch mal richtig und fehlerfrei funktionieren ).

Und irgendwie schon krass – das haben sich Menschen ausgedacht. Jetzt nicht im vollkommenen Detail und in einem einzigen Moment. Das iphone X ist ja nicht plötzlich da sondern ne Weiterentwicklung ( über die Motive, aus denen heraus solch bemerkenswerte Dinge hergestellt werden denke ich einfach mal kurz nicht so genau nach .. ). Aber wir – so als Menschen – sind ja noch lange nicht am Ende. Irgendwann kann tatsächlich jeder, der einen leistungsfähigen 3D-Drucker sein eigen nennen wird beliebig Materie formen. Nur aufgrund von Ideen ( und wenn er das Handbuch vom Drucker gelesen und verstanden hat ). Und natürlich wird „Tinte“ zum drucken benötigt. Womit wieder einige findige Mitglieder unserer Gesellschaft „einen Reibach“ machen werden ( ich habe aktuell einen HP-Farb-tintendrucker zu Hause stehen, bei dem ist gerade „cyano-blau“ leer. Fragt nicht nach den Hass-kommentaren vieler Nutzer in endlos vielen Foren bzgl. der Preise für Nachfülltinte ).

Ja, wie gesagt, ich weiß jetzt gar nicht so genau, was ich mit diesem tollen „Erkenntniserlebnis“ heute abend so anfangen soll. Habt ihr ne Idee ? Wahrscheinlich nicht, für „Grundlagenforschung“ interessieren sich nur die wenigsten. Die meisten Leser von Blogs möchten ja denke ich eh entweder Tips fürs eigene Leben oder unterhalten werden. Letzteres könnte dieser Beitrag vielleicht erreicht haben.

Wenn man jetzt noch berücksichtigt, daß unsere Wahrnehmung ja angeblich nur einen Quanten-wahrscheinlichkeits-zustand unserer Umgebung an unser Gehirn meldet, welches sich daraufhin ein Bild von unserer Umgebung zusammenbaut ist es wahrscheinlich komplett vorbei mit der Ahnung der Leser dieses Beitrags, was ich eigentlich mit all dem so sagen möchte. Aber all dieses Sinn-erzeugen führt dann letztendlich zu Dingen wie z.B. erfolgreichen Dates. Es müssen ja nicht Autos sein. Gefühle oder abstrakte Dinge wie Musik kommen da ja auch raus. Und unter bestimmten Bedingungen, die aber kein Mensch so ganz sicher vorhersagen kann werden Leute damit reich, daß andere ihnen Geld für ihre geschaffenen ( oder kopierten ) „Erzeugnisse“ zukommen lassen.

Also ich bin mal auf eure Kommentare gespannt. ;-).. So denn welche kommen ….

 

 

 

Wieder die Schulbank drücken

Eigentlich ein komischer Spruch – ich bin auf einer Schulung und lerne Dinge. Über Programme, deren Konfigurierbarkeit, was der softwarehersteller sich gedacht hat/haben muss, als er die Logik der Programmabläufe konzipiert hat…

Die Schulung ist echt interessant, und es kommen noch 4 Tage. Nix mit Bankdrücken, das macht man im Fitnesstudio. Nur dasitzen, zuhören und versuchen zu verstehen.

Bin mit einem Kollegen auf der Schulung und habe das Gefühl, privat auch gerade die Schulbank zu drücken. Wir sprechen abends beim Bier über unsere Beziehungen. Nein, nicht so Männer-Klischee-fernseh-Comedy-mäßig. Sondern einfach ehrlich. Er ist mit seiner Frau seit etwa zwei Jahren zusammen und gibt sich mit vielen Ideen richtig Mühe. Wobei „gibt sich richtig Mühe“ schon fast wieder nen negativen Touch hat. Nein, er macht sich Gedanken und setzt das dann auch in die Tat um. Die Überraschung mit dem Kurzurlaub z.B. – er sucht alles raus, fragt seine morgens verschlafene Freundin, ob sie eigentlich mit 8 Kilo Habdgepäck 3 Tage zurecht kommt. Und als sie aus dem Bett in die Küche kommt, um zu fragen, was die Frage soll sitzt er vor dem Tablet, zeigt ihr kurz die Flugdaten und klickt direkt „buchen“. Ich habe plötzlich privat totalen Respekt vor ihm. Nicht wegen der einen schönen Geschichte, er hängt sich für seine Frau einfach ins Zeug. ( wieder so eine Redewendung, bei der ich mich beim Gedanken erwische, was damit wörtlich eigentlich gemeint sein soll… ). Aber ich will das gar nicht ins Lächerliche ziehen. Ich finde es wirklich faszinierend, was er alles tut. Er macht einfach. Und ich persönlich möchte eigentlich auch, aber da kommen dann direkt wieder Bedenken, ob meine bessere Hälfte meine Ideen eher blöd findet als sich drauf zu freuen. Weiß man erst, wenn man es probiert. Auf der anderen Seite habe ich privat leider kein Talent, verkorkste Situationen zu retten. Und da ist sie wieder, die German Angst. Gar nicht erst versuchen, es könnte ja schiefgehen…

Neben solchen Überlegungen verblasst die EDV-Schulung ein bischen. Der Referent ist nett und gibt sich viel Mühe, wir sind – unglaublich – nur zu viert. Und ich bekomme Zusammenhänge über Dinge erklärt, die ich schon viele Male gesehen und wahrgenommen habe, die ich aber nicht bewusst wahrgenommen habe. Irgendwelche Steuerparameter in Bildschirmsichten von Programmen zeigen einem schon, warum sich Programme so verhalten wie sie es tun.

Insgesamt beschäftigt sich die Schulung übrigens mit den Möglichkeiten zur Ermittlung von Verfügbarkeit von Wäre für Aufträge im System. Das kann langweilig klingen, aber wer schon selbst hochemotionale Diskussionen in ner Firma zu solchen Themen, vorzugsweise im Bereich Logistik mitgemacht hat weiß, was ich meine. Da geht’s dann drum ( in solchen Diskussionen ), warum Kunden keine Ware bekommen haben „obwohl das Lager voll ist“. Und um die Frage der „Beweislastumkehr“ – im Fachbereich wurde nach bestem Gewissen gearbeitet, das MUSS dann ein IT-Problem sein.

Wie gesagt, ich lerne gerade, was die Welt ( der Verfügbarkeitsptüfung in einem modernen Warenwirtschaftsystem ) im innersten zusammenhält. ( PS: das hab ich aus Goethes Faust zitiert, bin schließlich gebildet ).

Eigentlich sollte ich um diese Uhrzeit grade übrigens noch ruhig schnorchelnd an meiner Matratze horchen. Andernfalls werde ich nach dem Mittag müde und dann wird der Schulungstag echt anstrengend. Aber ich bin um 4 wach geworden und hab jetzt mal grade nix besseres zu tun als hier einen Blogeintrag zu schreiben und übrigens auch etliche andere zu lesen und zu kommentieren. Also entweder mach ich das Gerät jetzt aus und versuche noch ne Stunde zu schlafen oder ich stehe gleich auf und „begrüße“ den noch dunklen neuen Tag…

Mal testen, was nach 5 Minuten Smartphone aus gleich passiert/wofür ich mich entscheide 😉…..

Alles kein Problem!

Heute ist wieder der Tag der 1000 Themen. Neue Prozesse werden eingeführt – das alte System geht langsam seinem geplanten Ende entgegen und es laufen noch viele Prozesse darüber. Ich bin ja nur ein kleines Rädchen und habe keinen Überblick, über wieviele Abläufe wir da reden. Wobei ich vermute, die großen Rädchen wissen das auch nicht. Aber zum Glück hat der liebe Gott ja die externen Berater erschaffen, DIE wissen sowas. Oder dürfen sich zumindest mit solch gewichtigen Fragen rumschlagen.

Ich konzentriere mich da lieber auf meinen Horizont. Wobei das auch schon ausfasert. Mal eben kucken, warum ein Kunde keine Ware bekommen hat ? Mach ich. Mal eben helfen bei der Suche nach der Ursache für ein falsches Buchungsdatum ? Ja, sofort. Telefon: wie kann es denn sein, dass da ein falscher Preis abgerechnet wurde ? Ja, schau ich mir an. Ach ja, da muss ja noch ein Testbeispiel im Testsystem für den externen Dienstleister angelegt werden. Und vor einigen Lichjahren hab ich doch noch dem Teamleiter der Dispo versprochen, eine Übersicht über die verschiedenen Szenarien für Mengenkürzungen zusammenzuschreiben. Und wg. oben erwähnter Prozessübernahme muss noch jemand ( ich .. ) eine Schulung zur Erfassung von Gratis-Aufträgen halten. Ja, mach ich..

Äh, stop… ich bin doch nächste Woche gar nicht da. Habe aber mal wieder gesagt: „kein Problem“. Nun bin ich ja guten Willens und trau mir auch einiges zu, aber ich vergesse von einer Anfrage zur nächsten dann manchmal die, welche davor war. Jetzt zucken bestimmt einige schon, um mir Tips in Arbeitsergonomie und Entschleunigung zu geben. Nö, ich brauche einfach ein besseres Kurzzeitgedächtnis. Wobei ich das durch Post-it’s ersetze. Das funktioniert sogar. Bei mir zumindest. Und wenn’s mal ganz dick zu viel ist mach ich ein Mindmap mit den ganzen Arbeitsaufgaben die sich angesammelt haben und geh damit zum Chef. Was bisher aber genau einmal passiert ist.

Fazit: werdet misstrauisch, wenn euch jemand aus der IT „kein Problem“ sagt. Meistens hat er dann irgendwas vergessen oder nicht beachtet. Glaubt es mir, ich weiß wovon ich rede. Oder natürlich es handelt sich um einen Verkäufer – bei dem ist es sein Job, dass es kein Problem gibt und die Software seiner Firma grundsätzlich alles und dann auch noch genau das, was ihr braucht, kann.

In diesem Sinne: einen schönen Feierabend.

Lieber Gott, lass mich bitte nicht so sein

Fundstück im Netz: eine Charakterdarstellung von IT-Mitarbeitern. Ähnlichkeiten mit Ihnen bekannten Personen sind Zufall. Mindestens mal unterhaltsam.

Quelle: http://www.pcwelt.de

IT-Typ Nummer eins: das leere Hemd

Das leere Hemd arbeitet als Abteilungsmanager oder Business Analyst. Er ist sozusagen das Verbindungsglied zwischen den Managern und den Techies. Wenn Kunden vorbeikommen, sorgt er dafür, dass die Techies Abstand halten. Er ist einer von denen, die in Meetings wissentlich nicken und später bei Wikipedia das Gesprächsthema nachlesen.

Es macht großen Spaß, ihm eine Technikfrage zu stellen und zu sehen, wie er sich bei der Antwort windet. Das leere Hemd hat aber durchaus seine Qualitäten. Er kann sich ausgezeichnet ausdrücken und ist so der ideale Kundenkontakt. Außerdem lernen Techies dank ihm hin und wieder Frauen kennen.

Typ Nr 2:

Der furchterregende System-Administrator arbeitet als Netzwerk- oder Datenbank-Administrator. Die Firma braucht ihn und das weiß er. Er verbringt seine Zeit in der Regel lieber mit Maschinen als Menschen.

Deshalb wird er auch „hier“ schreien, wenn das Unternehmen einen Freiwilligen sucht, der am Wochenende das 48-stündige Server-Upgrade durchführt. Verscherzen sollte man es sich nicht mit ihm. Genauso wie er Ihren Computer reparieren kann, kann er auch Ihre Zugangsdaten heimlich ändern.

Typ Nr. 3:

Die menschgewordene Straßensperre arbeitet als Software-Entwickler, Unternehmens-Architekt oder System-Administrator. Egal, um welche Aufgabe oder welches Projekt es sich handelt, er sagt dazu immer das gleiche: „Das geht nicht“.

Dann folgt eine detaillierte Erklärung, weshalb das Projekt zu viel kostet, zu wenig leistet und warum die Realisierung viel zu lange dauern würde. Wenn die menschgewordene Straßensperre Feedback gibt, versteht man schnell die Message: Er und nur er ist der einzige Vernünftige im Raum. Sein Hobby ist Nörgeln.

Typ Nr. 4:

Die wütende Support- Drohne arbeitet als Support-Techniker. Er schleppt sich von Schreibtisch zu Schreibtisch, um die Computer von Leuten zu reparieren, die seiner Zeit nicht würdig sind. Die Drohne macht das was sie von ihr verlangen und keinen Deut mehr.

Das heißt, sie bekommen Ihren neuen Drucker installiert, wenn Sie darum bitten. Aber die Drohne wird danach nicht ungefragt testen, ob er auch funktioniert. Drohnen wissen eine ganze Menge über Computer, wollen ihr Wissen aber nicht mit anderen teilen.

Typ Nr. 5:

Der Über-Geek arbeitet als Software-Ingenieur oder erfahrener Programmierer. Der Über-Geek personifiziert all das, was man sich klischeehaft unter einem Techie vorstellt. Er ist extrem intelligent und sehr introvertiert. Kontakt mit anderen Menschen hält er am liebsten per E-Mail oder meidet ihn völlig.

Typ Nr. 6:

Er arbeitet häufig am Help Desk, im Support oder als Programmierer. Jeder, der seine Verehrung für das Betriebssystem nicht teilt, wird mit seinen Hilferufen konsequent ignoriert. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob der Guru Apple, Windows oder Linux verfallen ist.

Jedes Gespräch endet damit, warum sein Betriebssystem überlegen ist. Häufig muss der arme Guru sich dann auch noch von morgens bis abends mit den verhassten Konkurrenzprodukten beschäftigen, weil der Arbeitgeber sein Lieblingsbetriebssystem überhaupt nicht einsetzt.

Typ Nr. 7:

Der Versprecher arbeitet im Sales-Bereich oder in der Geschäftsentwicklung. Er verspricht ihnen einfach alles, auch irgendwelche Features, die ein Produkt eigentlich gar nicht kann. Und zwar innerhalb der nächsten sechs Monate.

Er muss das Versprochene ja auch nicht selbst machen, sondern delegiert es an andere, die das Versprochene dann ausbaden müssen. Auch wenn man ihn für diese Dinge hasst, hat der Versprecher seine Qualitäten. Würde er das Team nicht so antreiben, würde es sicherlich weniger leisten.

Typ Nr. 8:

„Nicht mein Problem, nicht mein Job, nicht mein Fehler“, sagt der Schatten. Niemand weiß so genau, was der Schatten eigentlich macht. Der Schatten ist ein Experte darin, so wenig wie möglich zu tun.

Wenn etwas schief läuft, zeigt der Schatten schnell mit dem Finger auf andere. Bekommt der Schatten irgendwann Management-Aufgaben übertragen, mutiert er zur menschgewordenen Straßensperre (siehe IT-Typ Nummer drei).